Stadt Kempen: Preis für großzügigen Chef
VON GESA EVERS - zuletzt aktualisiert: 29.10.2008Stadt Kempen (RPO). Weil er seine Mitarbeiter für deren Einsätze bei der Freiwilligen Feuerwehr freistellt, bekam Karl-Heinz Fegers eine NRW-Förderplakette. Besonders löblich: Der Schreinermeister verzichtet auf die gesetzliche Kostenerstattung.
Michael Heyer und Heinz Genneper lieben ihre Arbeit. Doch sobald sie ein bestimmtes Geräusch hören, lassen die beiden Angestellten des Schreiners Karl-Heinz Fegers alles stehen und liegen. „Wenn unser Meldeempfänger piepst, müssen wir sofort los“, sagt Genneper. Der 44-Jährige ist wie sein 25-jähriger Kollege Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Bis zu 15 Mal im Jahr kommt es vor, dass sich Job und Ehrenamt zeitlich in die Quere kommen. Für ihren Chef ist es nicht immer leicht, den Arbeitsausfall zu verkraften, zumal noch zwei weitere seiner insgesamt sieben Mitarbeiter dem Löschzug Schmalbroich angehören. Doch Karl-Heinz Fegers beschwert sich nicht, im Gegenteil: „Ich war selbst lange Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Deshalb habe ich absolutes Verständnis dafür, dass sich meine Mitarbeiter verpflichtet fühlen, zu helfen“, sagt der 42-Jährige Firmenchef.
Förderplakette
Preisträger private Unternehmen aus NRW, maximal zehn pro Jahr Kriterien besondere Unterstützung der im Katastrophenschutz und bei der Freiwilligen Feuerwehr ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter
Jury Vertreter des Innenministeriums, der privaten Hilfsorganisationen, der Arbeitgeberverbände, der Kommunalen Spitzenverbände und des Landesfeuerwehrverbandes
Lob von Innenminister Wolf
Seine Großzügigkeit brachte ihm nun einen Preis ein. Nordrhein-Westfalens Innenminister Ingo Wolf verlieh ihm die „Förderplakette für Arbeitgeber“. Damit zeichnet das Land Unternehmer aus, die ehrenamtliche Arbeit in vorbildlicher Weise unterstützen. „Sie stellen nicht nur ihre Mitarbeiter, sondern auch Material zur Verfügung und bieten kostenlose Reparaturen an“, lobt Wolf.
Zudem verzichten die insgesamt zehn ausgezeichneten Firmen überwiegend auf die Kostenerstattung, die ihnen gesetzlich zusteht. „Sie leisten so einen besonderen Beitrag, von dem die Funktionsfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehr und des Katastrophenschutzes in unserem Land wesentlich abhängt“, lobte der Minister bei der feierlichen Vergabe der Plakette in Düsseldorf. Für Karl-Heinz Fegers ist der Preis eine schöne Bestätigung. Doch auch ohne politischen Segen weiß der Familienvater, dass er das Richtige tut – nicht zuletzt aus eigener schmerzlicher Erfahrung: „Wir hatten selbst mal einen Brand auf dem Betriebsgelände und waren auf die schnelle Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr angewiesen“, erzählt er.
Auch in anderer Hinsicht belohnt sich Fegers mit seiner ausgiebigen Unterstützung des Ehrenamts letztlich selbst. Denn das macht ihn zum beliebten Chef, und der hat bekanntlich besonders motivierte Mitarbeiter. „Sein Verhalten ist wirklich super. Das würde längst nicht jeder machen. Deshalb arbeiten wir gern hier“, betonen Heinz Genneper und Michael Heyer einmütig.
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