Kreis Viersen: Protokoll der Alarmierung
VON GERT UDTKE - zuletzt aktualisiert: 08.01.2008Kreis Viersen (RPO). 20.28 Uhr Ein Hausbewohner meldet den Wohnungsbrand an der Süchtelner Straße 34 bei der Kreisleitstelle über Notruf 112, schildert gestern die Kreisverwaltung.
Da er ein Handy benutzt, erscheint auf dem Computerbildschirm des Leitstellen-Mitarbeiters, dem so genannten Disponenten, Viersen als Standort des Anrufers. Das geschieht aus technischen Gründen immer bei Handyanrufern. Zugleich wird automatisch die Nummer des Anrufers auf dem Bildschirm festgehalten, sofern er auf seinem Telefon keine Nummerunterdrückung eingeschaltet hat. Bei Notrufen ist der Disponent gehalten, den Anrufer stets nach dem Ort für den Einsatz zu fragen - was der 39-jährige, seit 18 Jahren Feuerwehrmann in Viersen, offenbar versäumt. Kreispressesprecher Kaspar Müller-Bringmann: „Er war felsenfest überzeugt, dass es sich um die Süchtelner Straße in Viersen handelte.“ Allerdings: Es gibt im Kreisgebiet fünf Süchtelner Straßen: in Viersen, Vorst, Anrath, Oedt und Lobberich. „Hätte er nur den Straßennamen in den Computer eingegeben“, erklärt Müller-Bringmann, „hätte ihn der Computer auf diesen Umstand hingewiesen.“ Beim Notruf aus dem Festnetz wäre die Vorwahl mit erschienen: Auch dann hätte der Disponent nachfragen müssen, da Anrath und Vorst dieselbe Vorwahl 02156 haben.
20.29 Uhr Die Leitstelle alarmiert die Hauptwache Viersen. Vier Feuerwehrfahrzeuge, zwei Rettungswagen und ein Notarzt rücken aus.
20.33 Uhr Ankunft an der vermeintlichen Einsatzstelle Süchtelner Straße in Viersen, Von einem Brand ist nichts zu sehen.
20.35 Uhr Der Löschzugführer fragt bei der Leitstelle nach.
20.36 Uhr Da dort in der Zwischenzeit keine weiteren Notrufe eingegangen sind, ruft der Disponent daraufhin den ursprünglichen Anrufer über dessen notierte Handynummer zurück und erfährt nun, dass der Brand in Vorst ist.
20.38 Uhr Der Disponent alarmiert die Tönisvorster Feuerwehr.
20.41 Uhr Die ersten Kräfte treffen an der Süchtelner Straße 34 in Vorst ein - 13 Minuten nach der ersten Alarmierung. Davon sind rechnerisch neun Minuten durch den Fehler verloren gegangen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



