Kempen: Raus aus dem Alltagstrott
zuletzt aktualisiert: 04.01.2008Kempen (RPO). Ellen Berg ist Mitorganisatorin und Betreuerin der stark gefragten Besuchs- und Besichtigungsfahrten der Senioren-Initiative Kempen. Zehn Touren im Jahr bietet der Altenhilfe-Verein an.
Die Senioren-Initiative präsentiert das Programm 2008 bei einem Informationsnachmittag am Donnerstag, 10. Januar, 14.30 Uhr, im Kempener Haus Wiesengrund, Wiesenstraße 59. Unter anderem sind eine Schiffstour über den Baldeneysee, ein Ausflug zum Braunkohletagebau Garzweiler und ein Besuch des Hafens von Rotterdam geplant. Um die Organisation kümmern sich gemeinsam Werner Kaulen und Ellen Berg. Mit der Kempenerin, die schon seit 1994 Stadtführungen macht und seit fünf Jahren die Altenhilfefahrten mitbetreut, sprach RP-Redakteur Gert Udtke.
Warum bietet die Senioren-Initiative diese Fahrten an?
Berg Das Programm besteht schon sehr lange und soll ältere Menschen aus dem täglichen Trott holen und ihnen einen schönen Tag machen. Die ganze Senioren-Initiative ist ja darauf aufgebaut, Leute aus ihren vier Wänden herauszuholen.
Wer ist denn der typische Teilnehmer?
Kosten
Zu den Kosten für die Besuchs- und Besichtigungsfahrten der Senioren-Initiative gibt es keine Ermäßigungen für sozial Schwache. Die Fahrten des gemeinnützigen Vereins seien ohnehin schon subventioniert, sagte Altenhilfe-Geschäftsführer Thomas Blazek.
Anders bei den Erholungsreisen der Altenhilfe: Hier erhalten bedürftige Bürger, die eine bestimmte Einkommensgrenze nicht überschreiten, einen städtischen Zuschuss von 20 Prozent auf den Preis. „Das läuft ganz unbürokratisch“, erklärte Blazek, und werde bei der Anmeldung geregelt.
Infos unter Ruf 02152/1494-0
Berg Die meisten sind ab 60 Jahre alt, einge bis 80 Jahre oder noch älter. Aber manchmal sind auch Jüngere dabei. Nicht nur Alleinstehende, auch Ehepaare fahren mit, aber je nach Ziel nicht immer gemeinsam: Bei unserer Fahrt zur Meyer-Werft in Papenburg waren zum Beispiel auffallend viele Männer, die sich offenbar besonders für die Schiffsbautechnik interessierten. Wenn wir jetzt im Februar die Firma Adler-Moden in Neuss mit Modenschau besuchen, werden wahrscheinlich weniger Männer dabei sein, obwohl außerdem die nahe Skihalle auf dem Programm steht.
Wie suchen Sie denn überhaupt die Ziele aus?
Berg Wir nehmen gerne Anregungen auf. Für 2008 stehen die Ziele schon fest, aber für 2009 können die Besucher bei unserem Treffen am 10. Januar ihre Vorschläge aufschreiben. Jeweils im November stellen dann Werner Kaulen und ich das Jahresprogramm zusammen. Dabei achten wir darauf, dass Informationen nicht zu kurz kommen, dass wir zum Beispiel nicht nur über den Baldeneysee schippern, sondern auch anschließend die Essener Villa Hügel mit ihren Ausstellungen besuchen. Erstaunlich war, dass wir für 2008 gleich drei Übereinstimmungen bei den Zielen hatten: Braunkohletagebau Garzweiler, Hafen Rotterdam und Baldeneysee. Wir beide sind eben ein gutes Team. So haben wir uns wieder auf zehn Halbstags- und Tagestouren geeinigt, die jeweils am ersten Dienstag im Monat unternommen werden. Nur im Januar und im November finden keine statt.
Worauf achten Sie, wenn Sie die Ziele festlegen?
Berg Wir versuchen möglichst, das Interesse abzuschätzen, damit ein Bus voll wird. Bei zwei von zehn Fahrten setzen wir auch zwei Busse ein. Nur ganz selten wird eine Tour mangels Resonanz abgesagt oder weil sie mit einem größeren Event, zum Beispiel einem wichtigen Spiel bei der Fußballweltmeisterschaft 2006, kollidiert war. Schließlich müssen wir bei der Kalkulation mit plus minus null herauskommen.
Wieviel kosten denn die Fahrten?
Berg Die niedrigste Teilnahmegebühr, zum Beispiel für den Besuch bei Adler-Moden, liegt bei zwölf Euro und kann bei Halbtagstouren bis etwa 25 Euro reichen. Tagesfahrten kosten höchstens bis zu 50 Euro. Nicht-Mitglieder der Altenhilfe zahlen jetzt erstmals etwas mehr. Zwar sind ohnehin die meisten Teilnehmer Mitglieder, aber bei besonderen Höhepunkten wie Papenburg, wo 120 Leute in zwei Bussen dabei waren, sind wir so schnell ausverkauft, dass manche Altenhilfemitglieder zu kurz kommen.
Haben Sie inzwischen viele Stammkunden?
Berg Ja, sicher etwa die Hälfte. Da haben sich auch schon manche Freundschaften unter den Teilnehmern entwickelt. Wir sind schon bald eine große Familie.
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