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Kreis Viersen: Schülerzahl nimmt weiter ab

VON ANDREAS REINERS - zuletzt aktualisiert: 02.08.2008

Kreis Viersen (RPO). 480 Grundschüler und 450 Hauptschüler weniger – der demografische Wandel ist gerade an den Schulen im Kreis Viersen spürbar. Grundschulen laufen auch künftig aus und werden geschlossen.

Dieses Bild – aufgenommen kurz vor den Sommerferien – gehört der Vergangenheit an: Die Grundschule in Hehler wurde zum Ende des vorigen Schuljahres geschlossen. Sie hatte zuletzt zu wenig Schüler.  Foto: RPO
Dieses Bild – aufgenommen kurz vor den Sommerferien – gehört der Vergangenheit an: Die Grundschule in Hehler wurde zum Ende des vorigen Schuljahres geschlossen. Sie hatte zuletzt zu wenig Schüler. Foto: RPO

Die Grundschule in Schwalmtal-Hehler hat ihre Schließung zum Ende des vergangenen Schuljahres mit einer großen Abschiedsparty gefeiert. Die Tage der Grundschule in Viersen-Hamm oder der Grundschule in Kempen-Schmalbruch sind gezählt, beide laufen aus. Die Kinder in der Dülkener Sektion Busch gehen bereits in der Dülkener Innenstadt in die Kreuzherrenschule. Der Trend zu Schließungen wird sich bei den Grundschulen fortsetzen. „Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht“, sagte gestern Prof. Dr. Leo Peters. Der Schuldezernent des Kreises Viersen stellte zusammen mit den beiden Schulräten Rosemarie Voßen und Detlev Stein die aktuelle Entwicklung zum neuen Schuljahr 2008/2009 der Presse vor.

Info

64 Schulen

Das Schulverwaltungsamt des Kreises Viersen betreut insgesamt 64 Grund-, Haupt- und Förderschulen im Kreis Viersen.

Die Schulräte sind nicht dem Kreis Viersen, sondern als Landesbedienstete der Bezirksregierung in Düsseldorf unterstellt.

Realschulen, Berufskollegs, Gesamtschulen und Gymnasien sind organisatorisch direkt der Bezirksregierung unterstellt. Für diese Schulen gibt es derzeit keine aktuellen Zahlen.

25 Lehrkräfte weniger

Wenn am Montag, 11. August, der Unterricht an den Schulen wieder beginnt, wird die Lage relativ entspannt sein. Auch wenn es zum neuen Schuljahr 25 Lehrkräfte weniger an den Grund-, Haupt- und Förderschulen im Kreis Viersen geben wird – ihre Zahl sank von 1295 im Schuljahr 2007/2008 auf 1270 im neuen Schuljahr – werden statistisch betrachtet beispielsweise nahezu alle Stellen an den 54 Grundschulen im Kreisgebiet besetzt sein. „Dort wo Lehrkräfte in Mutterschutz oder längerfristig erkrankt sind, werden Vertretungskräfte eingesetzt“, erklärte Schulamtsdirektorin Voßen gestern. 17 neue Vertretungskräfte wurden zum Schuljahr 2008/2009 für eine spezielle Reserve eingestellt. Sie sollen als Springer bei Personalnot an den Grundschulen aushelfen. „Damit werden alle Grundschulen die Stundentafel erfüllen können“, erläuterte Rosemarie Voßen.

Ihr Kollege, Schulrat Detlev Stein, kann für den Bereich der Hauptschulen auf eine derartige Vertretungsreserve nicht zurückgreifen. Sie gibt es nicht und ist auch von der Schulbehörde nicht vorgesehen. „Ausfälle müssen die Hauptschulen intern ausgleichen“, so Stein. Allerdings klappte das in der Vergangenheit recht gut. Von den elf Hauptschulen im Kreis Viersen hätten zuletzt nur die Hauptschule Kempen und die Hauptschule Viersen-Süd vorübergehend Probleme gehabt. Stichwort: Stellen. Im Bereich der Hauptschulen sind in den vergangenen fünf Jahren 60 Stellen weggefallen, weil die Schulen insgesamt 1150 Schüler weniger unterrichten müssen. Schließungen von Hauptschulen seien im Kreis Viersen – anders als in Großstädten wie Krefeld – deshalb noch nicht geplant, berichtete Stein.

Für den wachsenden Migrantenanteil unter den Hauptschülern wird das Angebot „Muttersprachlicher Unterricht“ ausgeweitet. Es gibt es in Türkisch, Griechisch, Portugiesisch, Spanisch und Russisch. Die Pädagogen-Stelle für den Spanisch-Unterricht wird demnächst neu besetzt.

Quelle: RP

 
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