Stadt Kempen: Soul mit Leidenschaft
VON TOBIAS NEUMANN - zuletzt aktualisiert: 02.06.2009Stadt Kempen (RPO). Mit "Castle of Aargh" kam am Samstagabend eine altbekannte Kempener Band auf die Bühne des Kulturbahnhofs.
Der erste Auftritt der einstigen Schülerband des Thomaeums nach 15 Jahren war ein gelungenes Revival des Souls."Going back to Kempen" könnte das Motto der neunköpfigen Soulband sein, frei nach ihren Idolen, den Blues Brothers. Immerhin 15 Jahre hat es gedauert, bis sich die einstige Schülerband des Thomaeums wieder zusammenfand und die Pfingsttage nutzte, um alte Bekannte wiederzusehen und an die alten Zeiten zwischen Unterricht, Proberaum und Abi-Ball anzuknüpfen. "Das ist eine einzigartige Gelegenheit", waren sich Tobias Bürger und seine Bandkollegen sicher.
Musikalisches Wiedersehen
Eigentlich hatten sie ja einen Tag später, also am Pfingstsonntag, ein Klassentreffen der 1994-er-Abiturjahrgangs geplant. Auf die Schnelle fanden sich einige Interessierte, ein "offizielles" Treffen jedoch sei das nicht, hieß es. Und da die Bandmitglieder, mittlerweile alle um die Mitte 30, nicht locker ließen, arrangierten sie kurzerhand eine musikalisch wertvolle Wiedersehensfeier im Kulturbahnhof, kurz Kuba.
Der Bandname
"Castle of Aargh" spielt auf die englische Komikertruppe Monty Python an und ist ein Zitat aus dem Film "Die Ritter der Kokosnuss". Dieser erzählt eine fiktive Geschichte aus dem mittelalterlichen England und verballhornt das Leben der Ritter.
Humor und Musik Neben britischem Humor ist vor allem die Soulmusik der gemeinsame Nenner der buntgemischten Truppe.
"Das ist genau der richtige Ort", meint Gitarrist Tobias Bürger, der mittlerweile als Tonmeister und Komponist in Düsseldorf arbeitet. Einige seiner talentierten Kapellenkameraden trieb es ebenfalls ins professionelle Musik-Business wie etwa Tobias Kremer (Saxophonist der Kölschrock-Gruppe Brings) oder André Hasselmann (Live- und Studiodrummer). Letzterer spielt heute in der Kempener Rockcover-Combo "Vorname Hans", die als Vorgruppe spielen sollte. Das klappte nicht, also entschied man sich für die Krefelder Coverband "Anymore" um Frontfrau Anika Genz. Die zeigten vielseitiges Können nahe am Original, aber immer mit eigener Note.
Eventuell weitere Auftritte
Danach, so etwa gegen 21.30 Uhr, betraten neun gutgelaunte Herren die Bühne und hatten den Soul im Gepäck. "Vom Stil her waren wir uns alle einig", erinnert sich Tobias Bürger. Schon in Schultagen sorgten sie für pompöse Partystimmung mit viel Blech und noch mehr Spielfreude – daran hatte sich auch nach 15 Jahren nichts geändert. 18 Stücke lang fegten sie über die kleine Bühne des Kubas und begeisterten Jung und Junggebliebene.
Immerhin 90 Gäste waren ins Kuba gekommen, davon 15 Schulkameraden der Musiker. Am Ende des Abends war klar: "Für ein einmaliges Wiedersehen ist es viel zu schade. Eventuell wollen wir als Band öfter auftreten, von Zeit zu Zeit – halt je nachdem, was sich so ergibt." Für eine aktive Kempener Soulnote wäre es schön, Tobias Bürger behielte damit Recht.
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