Stadt Kempen: St. Huberter jecke Kracher
VON TOBIAS NEUMANN - zuletzt aktualisiert: 06.02.2012Stadt Kempen (RP). Nee, was war das schön: 220 kostümierte Narren erlebten am Samstag im Forum am Hohenzollernplatz "Danz on Dollerei möt de Hei". Die Straßengemeinschaft hatte zu ihrer 58. Sitzung eingeladen.
Wenn die Straßengemeinschaft Heideröslein zur Karnevalssitzung einlädt, dann feiert der halbe Ort mit. Das war auch am Samstag wieder der Fall im Forum am Hohenzollernplatz. Eröffnet wurde der närrische abendfüllende Reigen von den "Blau-Weißen" Fanfaren und Majoretten aus Kempen, die Schwung in den bunt geschmückten Saal brachten. Das kam bei der Narrenschar an, und auch bei Sitzungspräsident Nils Leenen. Der freute sich über einen gut gelaunten Elferrat, der von der Bühne aus das abwechslungsreiche Geschehen verfolgte.
Lehrerin als Spaßbremse
Dann ging es auf "Klassenausflug". Der Sketch mit Rosi Doetsch als Lehrerin sowie Kristin Doetsch, Nadine und Sandra Pilters als Schüler glich bis ins Detail einem Tag mit Mitschülern: Kleine Katastrophen, nervige Sprüche, freches Benehmen, eine "Spaßbremse" als Lehrerin – und am Ende war alles viel zu schnell vorbei. Dann wurde es eng auf der Bühne: Das Kempener Prinzenpaar Peter I. und Marianne I. (Croonenbroeck) stattete der Veranstaltung samt Garde einen längeren Besuch ab. Seine Tollität schwärmte, wie wunderbar es doch sei, im eigenen Geburtsort zu sein: "Wir sind gerne hier!"
Fakten
Karneval 60 der 180 Mitglieder der Straßengemeinschaft Heideröslein sind im Karneval aktiv. Das Programm der jährlich stattfindenden Sitzung besteht ausschließlich aus eigenen Kräften, ist komplett hausgemacht.
Gute Tat Zur Tradition gehört auch die sonntägliche Sitzung für die Lebenshilfe Viersen, ein Spaß für Behinderte samt Betreuer und Familien.
Nach Garde- und Mariechentanz gab es noch Orden für die zwei ältesten Damen im Saal: Hanni Mülders und Elsbeth Schiller. Das passte zu den großen Gefühlen, die in der Abschieds-Session des Prinzenpaares natürlich zugegen sind. Am 11. November wird ein neues Kempener Prinzenpaar proklamiert und ist dann drei Jahre im Amt. "Ein bisschen Wehmut ist schon dabei", gab Marianne I. ehrlich zu. Und während die Prinzengarde abrückte und bei Gärtnermeister und Gardemitglied Theo van der Bloemen weiter feierte, hielten die Blaublüter Wort: Sie schunkelten, feierten und sangen im Saal noch lange mit – das Ende eines anstrengenden Regenten-Tages.
Als "St. Huberter Antwort auf Girlbands wie die Spice Girls" wurden hernach die "Pink Devils" angekündigt. Ihr musikalischer Sketch war eine Augenweide in rosa Korsetts über mehrere Lieder. Das Publikum war begeistert und forderte lautstark Zugaben – und bekam sie. Ebenfalls ein Stimmungskracher waren die "Heidekracher", die mit ihrem Schornsteinfeger-Tanz für stehende Ovationen und nicht enden wollende Begeisterungsstürme sorgten. Dann ging es pink-schwarz mit Melanie Flock weiter. Ihr Debüt in der Bütt meisterte die St. Huberterin souverän, sprach sie doch vielen Frauen mit ihren Erlebnissen einer "Schlankheitskur" aus der Seele. Das Fazit fiel ebenso stattlich wie ihre Erscheinung aus: Männer wollen etwas zum Anpacken haben, dünne Hungerhaken sind auf Dauer gar nicht so interessant.
Gewichtig schlossen sich die "Dancegirls" in phänomenal sexy Outfits an und brachten eine flotte, aber jugendfreie "Mitternachtsparty" auf die Bühne. Nach diesem vor allem für Männer lohnenden Auftritt kamen die Frauen zu ihrem Recht. Die "Hüppersche Dreamboys" lieferten als "Schneeweiße Luder" eine gelungene Mischung aus Männerballett und Tanzshow ab. Am Ende sangen 220 Gäste ein Lied, das den Abend würdig zusammenfasste: "Nee, was war das schön...".
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