Grefrath: Suche nach Mirco im Sumpf
VON CHRISTIAN HEIDRICH UND CHRISTIAN BREUER - zuletzt aktualisiert: 09.09.2010 - 07:21Grefrath (RPO). Auch am Mittwoch hat die Polizei den verschwundenen Zehnjährigen aus dem niederrheinischen Grefrath nicht gefunden. 1000 Polizisten waren im Einsatz. Heute läuft die Suche nach dem Jungen weiter.
Seit Freitag ist der zehnjährige Mirco aus Grefrath verschwunden – und auch gestern blieben die Polizisten ohne heiße Spur. Eine der größten Polizeisuchaktionen in Nordrhein-Westfalen findet deshalb in ähnlichem Umfang heute ihre Fortsetzung. Das bestätigte ein Sprecher der Viersener Polizei.
Gestern waren wieder 1000 Polizisten vom großen Parkplatz am Grefrather Eisstadion aufgebrochen, um Mirco zu finden. Am anderen Ende der Straße steht sein Elternhaus, ein gepflegtes eineinhalbgeschossiges Backsteinhaus. Dorthin kehrte der blonde Zehnjährige am Freitagabend nicht zurück, nachdem er mit dem Fahrrad in den dreieinhalb Kilometer entfernten Ortsteil Oedt gefahren war. Das grüne Fahrrad des Jungen fanden Polizisten am Samstag am Ortseingang von Grefrath. An jenem Ort, wo Zeugen am Freitagabend einen dunklen Kombi in einer Feldeinfahrt geparkt sahen.
Gottesdienst
Heute findet in Grefrath ein Unterstützungsgottesdienst für die Suche nach Mirco statt. Beginn ist um 19 Uhr in der St. Laurentius-Kirche.
Beteiligte Die Feier wird von der Christengemeinde Krefeld, der die Eltern von Mirco angehören, sowie den evangelischen und katholischen Gemeinden in Grefrath gehalten.
Eltern Nach Angaben der Christengemeinde werden die Eltern von Mirco wohl nicht teilnehmen.
Suchhunde der Polizei hatten am Wochenende Mircos Spur in die Nähe eines Gehöftes im Örtchen Vorst bei Wankum verfolgt, wo sie sich aber verlor. Auch dort suchte die Polizei gestern wieder. Rund 40 Einsatzfahrzeuge standen entlang der Straßen rund um Vorst, durch den Mais leuchteten die gelben Warnwesten der Beamten. Außerdem durchkämmten Polizisten die Wankumer Heide südlich der A 40, ein Gebiet, das sie am Dienstag nach Angaben der Polizei bereits zu 40 Prozent durchsucht hatten. Mirco fanden sie nicht. An der "Blauen Lagune", einem See nahe der A 40-Abfahrt Straelen, warteten Polizeitaucher. "Derzeit gibt es keinen konkreten Anlass, die Taucher einzusetzen", erklärte ein Polizeisprecher, "aber bei entsprechenden Hinweisen können sie sofort ins Wasser."
Grefraths Bürgermeister Manfred Lommetz ist voller Sorge. "Das ist eine schlimme Sache", sagte der 56-Jährige, als er gestern Morgen zum Sammelpunkt am Eisstadion kam. Der Vater einer Tochter kennt Grefrath nur als ruhigen und beschaulichen Ort. Doch nun sei nichts mehr so in Grefrath, wie es vor dem Verschwinden Mircos gewesen sei. Es werde nicht eher Ruhe einkehren, bis nicht genau bekannt sei, was mit dem Jungen passiert ist, sagte Lommetz.
Der Polizeieinsatz ist eine der größten Suchaktionen in der Geschichte von NRW, bestätigte das Innenministerium. Ein Einsatz, der den Beamten viel abverlangt. Das Gebiet, das durchkämmt werde, sei stellenweise sehr sumpfig, sagte Mönchengladbachs Polizeisprecher Willy Theveßen. Die Polizisten steckten zuweilen bis zu den Knien im Matsch. Bei ihrer Suche haben die Polizisten Bekleidungsstücke und Gegenstände gefunden. Ob es Spuren sind, die mit dem Verschwinden Mircos in Zusammenhang stehen, ist noch unklar.
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