Stadt Kempen: Unterwegs als Aquarium
VON TOBIAS NEUMANN - zuletzt aktualisiert: 08.02.2010Stadt Kempen (RPO). Rund 600 zumeist junge Jecke zogen gestern durch die Straßen von Tönisberg. Diesen Kinderkarnevalszug organisieren alle zwei Jahre die "Rebellen" der St. Antonius-Isidorus-Bruderschaft im Bergdorf.
Schneemänner, die einen eigenen Würstchenstand betreiben, sind selbst in diesem – zugegeben – kalten Winter selten. In Tönisberg waren sie gestern zu bestaunen: Rund 70 Schneemänner und -frauen vom Katholischen St. Antonius-Kindergarten zogen am "Kleinkarnevalssonntag" beim närrischen Lindwurm mit. Vorab verkauften sie Waffeln und Würstchen am Gerätehaus der Feuerwehr und hatten dabei ihre heiße Freude: "Ich tau dann mal ab" war ihr Motto. Angesprochen auf den kalten, schneereichen Winter sagten die weißen Gesellen mit der Rübennase: "Endlich mal ein Winter auch für die Kinder. Sogar im Außenbereich des Kindergartens konnten wir Schlitten fahren."
Ein Raumfahrer von der Nasa
Ihre Kostüme waren nicht nur cool, sondern passten auch zu den niedrigen Temperaturen. Doch weder Wetter noch Wind konnte den über 600 Zugteilnehmern, darunter auch die "Rebellen" und drei Musikgruppen, etwas anhaben. Alle hatten sich bei der Kostümwahl große Mühe gegeben, so auch Adrian, der als Raumfahrer ging. Der weiße Raumanzug stand ihm gut, und der silbern glänzende Motorradhelm vom Vater war zwar ein bisschen groß, sah dafür aber besonders gelungen und echt aus. "Ich bin von der Nasa", sagte er und zeigte auf das Symbol der Raumfahrtorganisation auf seinem Helm.
Alt aussehende Drittklässler
Feucht und fröhlich war es bei den Zweitklässlern, die als Aquarium gingen. Ihr längliches blaues Gefährt war aus zwei Einkaufswagen ("Für je einen Euro ausgeliehen") und Dachlatten zusammengezimmert und hatte eine Kapazität für drei echte Fische mit Hai oder Clownfisch Nemo auf dem Kopf. Diese tollen bunten Kostüme gefielen auch den beiden Fischen Laura (7) und Elena (8) sehr gut. Ihr Wurfmaterial: Popcorn, Tröten, Rasseln und Brause. Die Drittklässler sahen ganz schön alt aus. Im Sachunterricht entstand die Idee zum Thema "Steinzeit", und nun waren Eltern, Lehrer und Kids mit Kartoffelsäcken bekleidet, schwangen die Keule und hatten sich ihren schicksten Knochenschmuck umgehängt.
Besonders märchenhaft war der Auftritt der Kindergartenkinder des Schlösschens, die als Froschkönig und Prinzessin gingen. Froschkönig und Vater Rainer Hoelmans-Leurs tauchte noch mal kurz ab und suchte nach dem Schatz, den er in seinem Brunnen mit sich trug: Bonbons, Berliner, Lutscher und mehr. Sein Sohn Lars stand ebenfalls im eigenen Brunnen, hatte sogar eine goldene Kugel gefunden und freute sich auf den Zug: "Wann geht es los, Papa?" Mutter Christine freute sich, dass sie ihren Prinzen schon gefunden hatte, der an diesem einen Tag jedoch ausnahmsweise zum Frosch wurde. Losgeschickt wurde der Zug vom Kempener Prinzenpaar samt Gefolge. Nach einer Stunde Zugweg ging die jecke Sause in der Gaststätte "Alte Scheune" weiter.
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