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Kempen: Vision für St. Hubert gesucht

VON GERT UDTKE - zuletzt aktualisiert: 03.02.2012

Kempen (RP). Der Antrag von Hubert Peuker, aus dem Parkplatz auf dem St. Huberter Markt einen Aufenthaltsraum für Bürger zu machen, stößt auf wenig Gegenliebe. Gestern meldete Bäcker- und Konditormeister Heinrich Poeth Bedenken an.

Parkverbot herrscht nur donnerstags auf dem St. Huberter Marktplatz, wenn dort der Wochenmarkt aufgebaut ist. Bäcker- und Konditormeister Heinrich Poeth ist dagegen, kurzfristig den Markt immer autofrei zu halten.  Foto:  Kaiser
Parkverbot herrscht nur donnerstags auf dem St. Huberter Marktplatz, wenn dort der Wochenmarkt aufgebaut ist. Bäcker- und Konditormeister Heinrich Poeth ist dagegen, kurzfristig den Markt immer autofrei zu halten. Foto: Kaiser

st. HUbert Zwar kann der St. Huberter Heinrich Poeth der Überlegung, einen autofreien, lebendigen Platz im Herzen von St.Hubert zu schaffen, durchaus positive Züge abgewinnen: "Der Gedanke ist ja nicht falsch", sagt Poeth, dessen Laden mit Café an der Breitestraße liegt, im RP-Gespräch, "aber der Weg ist falsch." Ein paar Blumenkübel und neues Pflaster würden nicht ausreichen, sondern eine solche Umgestaltung müsse langfristig wie bei der Kempener Altstadtsanierung geplant, vorbereitet und finanziert werden. Dort sei die Fußgängerzone erschlossen von zwei Verkehrsstraßen und versorgt mit vielen nahen Parkflächen und Tiefgaragen.

Peuker: Aufwand wäre gering

Der St. Huberter Hubert Peuker hatte Ende Januar, wie berichtet, in einem Schreiben an den Bürgermeister und die fünf Ratsfraktionen beantragt, dass die Stadt die Autostellplätze auf dem Marktplatz in St. Hubert ganz oder zumindest teilweise aufgeben solle, um dort einen öffentlichen Platz zum Verweilen einzurichten. Allerdings findet sein Anliegen außer bei Grünen und FWK kaum Sympathie.

Info

Werbering und Markt

Michael Smeets, Vorsitzender des St. Huberter Werbe- und Bürgerrings, meint im RP-Gespräch, dass eine Schließung des Marktes für Autos nicht dazu beitragen würde, dass die Geschäfte besser florieren. Der Parkplatz auf dem Markt sei immer voll: "Kunden mit Auto schätzen die kurzen Wege, um zügig in den umliegenden Läden einzukaufen." Sie parken nicht auf dem Kirchplatz: "Das ist schon zu weit. Die Menschen kommen ja nicht zum Einkaufsbummel hierher." Der Werbering wird über das Thema am 29. März sprechen.

Dabei schätzt Peuker den Aufwand für einen solchen Ortsmittelpunkt als gering ein – ein paar Blumenkübel und Bänke. Und Anlieger würden im Sommer sicher ein paar Tische und Stühle raus setzen. Ein solcher Aufenthaltsraum für die Bürger könnte den zunehmenden Leerständen in St. Hubert und seiner allmählichen Entwicklung zu einer "Schlafstadt" entgegenwirken. Selbst wenn alle Autostellflächen auf dem Markt – vier Reihen zu je fünf Plätzen und ein paar am Rand – aufgegeben würden, gebe es laut seiner Zählung ja noch genug Autostellplätze im Umkreis von ca. 200 Metern (ohne Kirchplatz).

Heinrich Poeth kommt zu einem anderen Ergebnis. Er erinnert Peuker in einem Brief daran, dass praktisch alle Geschäfte des Ortskerns an der unteren Hauptstraße, Breite- und Königstraße bis zur Drabbenstraße lägen. Für fast alle sei der Markt "der zentrale und einzige Parkplatz". Bei dessen Aufgabe bleibe neben den Parkbuchten dieser Straßen im Wesentlichen nur der Kirchplatz zum Parken. Poeth gibt ähnlich wie der Vorsitzende des Werbe- und Bürgerrings, Michael Smeets, zu bedenken: "Wer mit dem Auto einkaufen fährt, parkt nicht am Kirchplatz, um sich zwei oder drei Straßen weiter eine Zeitung oder Brötchen zu kaufen."

Auch Poeth hat an einem Dienstagvormittag die freien Parkplätze gezählt – mit anderem Resultat: Marktplatz 0, Königstraße 2, Breite Straße 3, Hauptstraße 2, Drabbenstraße 6, Parkplatz Drabbenstraße 0, Kirchplatz 18. Die Rechnung des Geschäftsmanns: "Ohne den Marktplatz wären also noch vier Parkplätze in St. Hubert (am Bongartzgässchen) frei." Wenn einer hierher komme und keinen Parkplatz finde, befürchtet Poeth, der komme nicht wieder.

Das Plädoyer des Geschäftsmanns: "Wenn wir ein lebendiges Zentrum haben wollen, dann müssen wir das nachhaltig planen und gestalten. Wir müssen eine Vision haben und für Infrastruktur sorgen." Frage des Tages

Quelle: RP


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