Gemeinde Grefrath: Vom Legostein zum Treckertreff
VON JENNIFER KOCH - zuletzt aktualisiert: 07.02.2012Gemeinde Grefrath (RP). Das Freilichtmuseum Niederrhein stellt sein Jahresprogramm vor: Das Spielzeugmuseum präsentiert sich ganz neu, der Freicorps von Lützow stellt ein Soldatenlager nach und beim Treckertreff gibt es 200 Traktoren zu bewundern.
Wie eng waren die Familienbande auf dem Land in früheren Jahrhunderten? Mit welchem Spielzeug spielten Kinder im Mittelalter? Worauf muss ein Imker bei seiner Arbeit achten? Das sind nur einige der zahlreichen Fragen, die im kommenden Jahr im Niederrheinischen Freilichtmuseum in Grefrath beantwortet werden.
Höhepunkt der bald beginnenden Museumssaison ist die Wiedereröffnung des Spielzeugmuseums. Seit Herbst wird dort umgebaut und renoviert. "Das Spielzeugmuseum ist nicht mehr nur Sammlungsshow, sondern ein Museum für Spielkultur", sagt Museumsleiterin Anke Wielebski. Viele neue Facetten wird die Ausstellung bieten, auch moderne Spiele am Computer werden vorgestellt, ebenso Spiele für draußen und reine "So tun, als ob"-Spiele.
Freilichtmuseum
Öffnungszeiten 4. März bis 31. März, 10 bis 16 Uhr, 1. April bis 31. Oktober, 10 bis 18 Uhr, 1. November bis 25. November, 10 bis 16 Uhr
Preise Erwachsene 4,50, ermäßigt 3,50 Euro, Kinder und Jugendliche (6 - 17 Jahre) 1,50 Euro, Familienkarte 9 Euro, Jahreskarte 15 Euro, Familienjahreskarte 25 Euro, Schulklassen 15 Euro
Adresse Stadionstraße 161, Grefrath (Parkplatz Eisstadion)
Für die kleinen Besucher gibt es mehr Informationen in Form von kindgerechten Texten und mehr Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden: "Wir haben zum Beispiel ein Stück Straße, an dem mit Kreide eigene Spiele aufgemalt werden können", beschreibt Anke Wielebski. Am 4. März eröffnet die erweiterte Ausstellung. Ein Klassiker bleibt: Die große Modelleisenbahn finden Fans im Obergeschoss.
Mit den ersten Stadtgründungen in Mittelalter bildet sich ein Kontrast zwischen Landmenschen und Städtern – davon waren vor allem Familien betroffen. Wie Familien auf dem Land mit Mägden, Knechten und zahlreichen Generationen zusammenlebten, zeigt die Ausstellung "Familienbande. Zusammenleben auf dem Land" ab 13. Mai.
Geschichte hautnah erleben Besucher am 28. April. Dann stellt der Verein Freicorps von Lützow Rheinland ein Lager nach, bei dem die Marketenderinnen Verpflegung anbieten und die Soldaten Gefechtsübungen abhalten. Das Lützower Freicorps war in den Befreiungskriegen zwischen 1813 und 1815 gegen die Truppen Napoleons ein wichtiger Freiwilligenverband der preußischen Armee. Auch an der Befreiung von der napoleonischen Besatzung des Niederrheins war das Corps beteiligt.
Am 1. Mai gibt es den traditionellen "Mairitt", einen historischen Flurumritt, mit dem sich Landleute vor Missernten, Hexen und Dämonen schützen wollten. Der Zug geht ab Eisstadion zum Museum.
Noch einmal spielerisch wird es bei der Lego-Ausstellung ab 2. September. Sammler Jörgen Tiesmeyer zeigt seine eigene Lego-Welt und zugleich die spannende Entwicklung der Steine – inklusive die Anfänge mit Holzsteinen vor dem Zweiten Weltkrieg.
200 historische Traktoren sind beim Treckertreff zu bewundern. Am 30. September fahren die Landwirtschaftsfahrzeuge durch die Gemeinde, danach ins Museum.
Der letzte Punkt im Jahresprogramm: Vom 30. November bis 2. Dezember und von 7. bis 9. Dezember wird es auf der Dorenburg beim Weihnachtsmarkt romantisch. Künstler, Kunsthandwerker und Designer bieten Unikate an.
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