Kempen: Vorstoß für Gesamtschule
VON SILVIA RUF-STANLEY - zuletzt aktualisiert: 12.03.2008Kempen (RPO). Plötzlich brandete die Diskussion der 90er Jahre wieder auf: Grüne und SPD forderten im Schulausschuss, dass die Stadt Kempen eine Gesamtschule einrichten solle. Für dieses Angebot fehlt der Kommune indessen das Geld.
stadt KEMPEN Eigentlich ist der Bericht über die Anmeldezahlen an den weiterführenden Schulen und Grundschulen im Schulausschuss eine Routineaufgabe für die Verwaltung. Wieviele Kinder wurden für die einzelnen Schulformen angemeldet, wieviele angenommen, wieviele Eingangsklassen werden gebildet? Am Montagabend löste dieser alljährliche Bericht des Schulverwaltungsamtes aber eine kontroverse Diskussion über die in Kempen angebotenen Schulformen aus.
Alexa Bernards-Niermann (Grüne) wiederholte die Forderung ihrer Partei nach einer Gesamtschule in der Stadt. Diesem Plädoyer schloss sich Irene Steeger (SPD) an. Sie zeigte sich erfreut, dass von 30 angemeldeten Kempener Kindern immerhin 26 einen Platz in der benachbarten Hülser Gesamtschule gefunden haben. „Es gibt Eltern, die ein anderes Schulsystem wünschen“, meinte sie.
Schüler und Klassen
Gymnasien An den beiden Kempener Gymnasien gibt es 2008 jeweils drei Eingangsklassen mit 91 Schülern am Luise-von-Duesberg-Gymnasium und 96 Schülern am Thomaeum. 28 Schüler werden am LvD in die Sekundarstufe II aufgenommen, am Thomaeum 33.
Realschule Alle 163 angemeldeten Schüler nimmt die Erich Kästner Realschule in sechs Eingangsklassen auf.
Hauptschule Die Martinschule bildet mit 47 Schülern zwei Eingangsklassen, wird aber bei Bedarf, wenn Kinder den eigentlich gewählten Schultyp nicht schaffen, eine weitere Klasse bilden.
Dagegen forderte FDP-Ratsfrau Irene Wistuba eine bessere Unterstützung der Martin-Hauptschule, die in diesem Jahr mit 47 Anmeldungen nur zwei Eingangsklassen bilden kann. Auch Mathilde Bildstein (CDU) wünschte Unterstützung für den Plan der Martinschule, zur Ganztagschule zu werden.
„Ich bin geplättet“, gab der Erste Beigeordnete Volker Rübo angesichts der Debatte offen zu. Schließlich sei der Schulentwicklungsplan für Kempen im Ausschuss hinreichend diskutiert worden. Wer eine Gesamtschule wolle, müsse das komplette Kempener System diskutieren. „Für eine fünfte weiterführende Schule fehlt der Stadt das Geld, und es gibt auch keine Fördermittel vom Land dafür“, betonte Rübo. Ob die Hauptschule Ganztagsschule werden wolle, müsse zunächst schulintern besprochen werden. „Das ist noch nicht ausdiskutiert“, sagte Rübo.
Mehrkosten für die Kommune
Letztendlich mahnte der Ausschussvorsitzende Josef Lamozik (CDU), zum eigentlichen Inhalt des Berichts zurück zu kehren: „Schulpolitische Anregungen sind nicht Bestandteil dieses Tagesordnungspunktes!“ Größere Ausgaben kommen auf die Stadt für die Lernmittelausstattung der Schulen zu. Der Elternanteil sinkt von bisher 49 Prozent auf 33 Prozent.. Das bedeutet für die Kommune Mehrkosten von rund 45 000 Euro, die bislang nicht im Haushalt veranschlagt waren. Auch bei der Berechnung des Schokotickets für Schüler muss die Stadt mit Mehrkosten rechnen, weil die Pauschalzahlungen an den Verkehrsverbund auf Pro-Kopf-Abrechnung umgestellt werden, berichtete Rübo.
Weiterhin teilte er mit, dass der Konrektor der Regenbogenschule Peter Beecker zum Schuljahresende in Pension geht. An der Johannes-Hubertus-Schule wird mit Fördermitteln des Landes in Höhe von 5000 Euro ein spezielles Berufsberatungsbüro eingerichtet.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



