Stadt Kempen: Wenn Bubi die Tanten besucht
VON NATASCHA BECKER - zuletzt aktualisiert: 24.11.2008Stadt Kempen (RPO). Dass sie ein Garant für herrliche Schwänke sind stellte am Wochenende die Kendel-Bühne St. Hubert wieder einmal unter Beweis. Diesmal lockten die „Küsse für die Tanten“.
Wenn es im St. Huberter Forum heißt „Ausverkauft“, dann ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass die Kendel-Bühne Einzug gehalten hat. Mit ihrem sechsten großen Theaterstück, dem Schwank „Küsse für die Tanten“, begeisterten sie am Wochenende das Publikum. Der ganze Saal bebte, denn die zehn Schauspieler waren einfach nur grandios in ihren Rollen. Der Angriff auf die Lachmuskeln startete schon beim ersten Auftritt der drei Tanten, dem ABC-Geschwader Alma, Berta und Christa Jung – in diesen Rollen brillierten Irmgard Lemke, Claudia Hiller und Claudia Stickelbrock. Das Gelächter wollte bei den Besuchern kein Ende nehmen als diese durch die Tür in die gute Stube eintraten, um Neffen Bubi zu begrüßen. In Kittelkleidern aus der tiefsten Kleiderkiste, bei Alma und Berta blitzen gar die langen weißen Unterhosen unter den Rocksäumen hervor, dem obligatorischen strengen Dutt auf dem Kopf und den salbungsvollen Mienen, reizten sie schon beim bloßen Anblick die Lachmuskeln. Neffe Bubi, in dessen Rolle Jörg Terhoeven begeisterte, muss sich so einiges anhören, weil er Freundin Heike im Schlepptau mit zu den Tanten genommen hat.
Die Termine
Alle weiteren Aufführungen des Schwanks „Küsse für die Tanten“ am 28. November, 19.30 Uhr, und am 29. November, 17 Uhr, im St. Huberter Forum sind ausverkauft. Es besteht lediglich die Möglichkeit mit etwas Glück nicht eingelöste Karten an der Abendkasse zu ergattern. Die Karten kosten 7 Euro.
Doch Heike, dargestellt von Sabine Dicks, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und schon gar nicht von drei Tanten, bei denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Keine Waschmaschine, dafür Waschbrett, kein Staubsauger, aber einen Besen und selbst das Bügeleisen wird mit glühenden Kohlen betrieben. Doch den absoluten Knaller stellte Mia Laffien in der Rolle der Klatschbase Else Vogel da. Mit Kopftuch und Kittel tauchte sie immer dann am Fenster auf und spähte hinein, wenn es am meisten zu sehen gab. Angefangen von Bubi, der seine Heike küsst bis hin zu den drei in Ohnmacht liegenden Tanten und den Wiederbelebungsversuchen durch die Nachbarn Fritz Scholle und Max Maier. „Wir feiern eine Orgie“, brüllte Fritz der am Fenster gaffenden Else zu. Bei dieser Szene schien das Forum regelrecht zu beben. Das Publikum tobte und konnte gar nicht mehr aufhören zu lachen. Fritz, besser bekannt als Johannes Dicks, und Max, ihn spielte Hartmut Reimer, versuchten mit Schnaps und Mund-zu-Mund-Beatmung die drei wieder ins Leben zurück zu holen. Dass das viele schneller mit einem Eimer kaltem Wasser geht zeigte Bubi. Blitzschnell erwachende Tanten, die in die Höhe schossen und vor Begeisterung wiehernde Zuschauer.
Und dann sind da noch Hannelore Schnur (Sabine Kranen), ihres Zeichens Polizistin und Paul Baum (Josef Kranen), der Vater von Heike. Erstere ist den Bankräubern auf der Spur, letztere schaut, was die Tochter so macht und wofür sie Waschmaschine und Co. geordert hat. Im Wechsel zwischen Hochdeutsch und St. Huberter Mundart legten die Schauspieler den Schwank von Erika Elisa Krug so gekonnt auf die Bühne, dass die Balken krachten.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



