Kempen: Wie das Prinzenpaar die Rollen verteilt
VON NATASCHA BECKER - zuletzt aktualisiert: 29.01.2007Kempen (RPO). Sie sitzen einträchtig nebeneinander, Freibeuter, Matrosen, Musketiere, Alm Öhis, Heidis und Teufelchen. Dazwischen ein ganzer Schwung Schotten mit männlichen haarig schönen Beinen und ein kompletter Schwarm flotter Bienen. Untergehakt schunkeln sie zu der bekannten Melodie „So ein Tag, so wunderschön wie heute“, die die Band „Nightbirds“ schmettert. Die Stimmung im Kempener Kolpinghaus ist bombastisch und dabei ist die Bühne noch gähnend leer. Denn die, die dort den Abend über sitzen werden, machen sich gerade erst zum Einmarsch bereit. Die Hände voller Blumen geht es mit viel Musik in den Saal hinein. Der 11er Rat Kolping hält Einzug. Die Herren sind auch gut im Weitwurf. „Seit 1947 finden hier im Kolpinghaus närrische Sitzungen statt. Das heißt 60 Jahre Sitzungskarneval. Ein Kempen Helau auf den Karneval“, begrüßt Sitzungspräsident Heinz Gerd Plenker die Narren. Das erste Helau donnert durch den Saal.
Am Samstag hatte der 11er Rat Kolping zu seiner traditionellen Karnevalssitzung eingeladen. Gekommen waren die Jecken in großer Zahl, denn es ist bekannt, Kolping Karneval steht für Freude pur. Die nimmt ihren Lauf zunächst mit der Minitanzgarde. Sechs Mädel und ein Junge lassen die Beine in den roten Stiefeln fliegen. Süßes und Sessionsorden gibt es als Belohnung sowie für Lena noch Blümchen und ein Happy Birthday, denn sie feiert an diesem Tag ihren 13. Geburtstag. Dann wird es noch voller. Das Kempener Prinzenpaar Theo I. und Karin I. (Balters) mit Gefolge ziehen ein. „Warum muss es immer ein Kempener Prinz sein. St. Hubert hat auch schöne Kinder“, spielt Plenker auf den Wohnort des Prinzenpaares an. Lacher sind ihm garantiert. Aber Prinz und Prinzessin setzten dem Ganzen noch einen auf. Theo I. klagt, dass die Nerven am seidenen Faden hängen. „Du musst doch nur repräsentieren, ich bin es, die muss regieren“, kontert Karin I.
Spruch auf Spruch setzt sich der Schlagabtausch auf der Bühne fort. Das Gelächter will nicht enden beim Geschlechterkampf der Hoheiten. Die erste Rakete des Abends ist fällig. „Nicht das der Eindruck entsteht, wir hätten die beiden für eine Programmnummer eingekauft“, scherzt Plenker. Sessionsorden und Blumen samt Bützchen wechseln den Besitzer und es geht weiter. Gardetänze, die närrische Jahresrente für Bürgermeister Karl Hensel von 111 Cent, Hans Krein, der Spaßmacher aus Düsseldorf, Bauchredner Jens Meyer, Büttenreden, Gesang und Tänze – die Gastgeber hatten sich wieder einiges einfallen lassen, bis das große Finale eingeläutet wurde und zum letzten Mal der Tag, so wunderschön wie heute erklang
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