Stadt Kempen: Wie Kempen zum Kleinod wurde
VON SILVIA RUF-STANLEY (TEXT) UND JOSEF LAMOZIK (AKTUELLE FO - zuletzt aktualisiert: 13.01.2011Stadt Kempen (RPO). Eine neue Fotoausstellung im Kempener Rathaus zeigt anhand von historischen und aktuellen Aufnahmen, wie sich die Altstadt im Laufe der Jahrzehnte verändert hat – fast immer zum Positiven. Die Rheinische Post zeigt Fotos – die aktuellen stammen von Josef Lamozik – im Vergleich.
Kempen im Wandel der Zeit – ein großes Thema hatte sich die engagierte Archivgruppe der Freiwilligenagentur vorgenommen, die das Bilder- und Dokumentenarchiv der Stadt Kempen durchforstete. Monatelang haben sich Karl-Heinz Hermans, Josef Lamozik, Gustav Gijselmans, Edith Heyer, Wilhelm Spee und Josef Angenheister durch das Archiv gearbeitet. Und da Lamozik außerdem noch begeisterter Fotograf ist, machte er sich auf den Weg, die Bilder aus früheren Zeiten heute im exakt denselben Blickwinkel abzubilden. Diese Fotos und die alten Originale sind nun jeweils parallel zu sehen und zu vergleichen. Zuletzt bekam er dabei noch Hilfe von Claudia Stox. Sie hielt auch gleich die Eröffnung der Ausstellung im Bild fest. Die anderen Teilnehmer steuerten noch Texte bei.
Die Archivgruppe
Archiv Rund 20 000 Bilder und Dokumente galt es zu sichten und einzuordnen.
Kontakt Wer noch Bilder aus der Stadtgeschichte oder aber auch "Dönekes" beisteuern möchte, kann sich an Josef Lamozik, Telefon 0 21 52-4443 wenden.
Pläne Die Gruppe möchte sich auch Ortsteile der Stadt Kempen vornehmen und ähnliche Projekte durchführen.
Zerstörungen im Krieg
"Für dieses wertvolle Geschenk möchte ich mich bedanken", sagte Bürgermeister Volker Rübo zur Eröffnung der Ausstellung im Rathausfoyer. Er erinnerte an die Verluste in der Bausubstanz der Stadt durch den Zweiten Weltkrieg. Sie sei mit viel Weitsicht und Fingerspitzengefühl wieder aufgebaut worden. Und nicht zuletzt habe die Altstadtsanierung neue Sichtachsen in der Stadt geschaffen. Manche Bauten mussten damals zugunsten der Planungen fallen. Auch sie sind jetzt teilweise in der Ausstellung zu sehen.
Josef Lamozik betonte, wie viel Spaß alle Beteiligten bei der Sichtung der Fotos hatten. Manche "Dönekes" wurden da erzählt. Er bedankte sich bei den Bürgern, die für die Ausstellung private Leihgaben zur Verfügung stellten. Vielleicht sei dies ja eine Anregung, mal auf dem Dachboden oder im Keller nach einem Schuhkarton mit längst vergessenen Bildern aus der Stadtgeschichte zu suchen. "Das wird nicht unser letztes Projekt sein", versprach er. Und gefragt wurde er schon, wann die Gruppe sich denn mal mit der Geschichte der Altstadt-Ringe oder der Wälle befassen werde. Offensichtlich tut sich da noch ein weites Feld auf. Und noch etwas freut ihn und die Gruppe: In Minutenschnelle fanden sich vor den Fotos Menschentrauben, die miteinander überlegten, wo welche Ansicht aufgenommen wurde. Geschichten wurden ausgetauscht, selbst zwischen Menschen, die sich sonst vielleicht gar nicht kennen. "So soll es sein", war Lamozik zufrieden. Und Claudia Stox, die erst seit zehn Jahren in Kempen lebt, war ganz begeistert. "Diese Geschichten müsste man aufschreiben, denn zu vielen Bildern weiß man gar nicht mehr den Hintergrund."
Alte Bürger sollen erzählen
Als ersten Schritt dazu plant die Gruppe, die Ausstellung mit Hilfe eines Beamers in den Altenheimen der Stadt zu zeigen und dort mit einem Tonband die Erzählungen der Bewohner aufzunehmen.
Info Zu sehen ist die Ausstellung im Rathausfoyer am Buttermarkt bis 27. Januar zu den Öffnungszeiten des Rathauses.
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