Kempen: Wien am Buttermarkt
VON SILVIA RUF-STANLEY - zuletzt aktualisiert: 06.11.2007Kempen (RPO). Die Renovierung der ehemaligen Backstube im Café Peerbooms war überfällig. Da Inhaber Manfred Oomen durch Pralinenworkshops bei der Hundertwasser-Ausstellung im Thema ist, lag eine entsprechende Dekoration nahe.
Im St. Huberter Dieter Paas, vielen von den Kempener Kunsttagen und durch Kunstaktionen bekannt, fand der Geschäftsmann vom Buttermarkt den passenden Partner. 14 Tage lang werkelte und malte Paas in der alten Backstube. Herausgekommen ist das „Hundertwasser-Zimmer“ im Café.
Eine bunte Säule begrüßt den Besucher am Eingang. Entstanden aus einem Styroporkern und einer Modelliermasse, die Paas selbst entwickelt hat. „Hundertprozentig wetterfest“ sagte Paas, der sich selbst bescheiden nicht als Künstler bezeichnen mag: „Ich bin ein Mensch, der seine Ideen kreativ umsetzt.“
Auch mit Socken
Die Pralinenworkshops von Manfred Oomen sind nur ein Teil der Aktionen zur Ausstellung. Am 15. November kann man ab 13 Uhr selbst im Stile Hundertwassers malen. Am 17. November gibt es ab 13 Uhr eine Führung mit Workshop, bei dem Socken im Handarbeitsgeschäft Glatzel mit Hundertwasser-Wolle gestrickt werden. Anmeldungen im Kulturforum unter Telefon 02152/ 917264.
Die Wände sind von Bildern geschmückt, die Hundertwasser-Gemälde nachempfinden. „Ich fand es besser, direkt auf die Wand malen zu lassen, dann ist der Eindruck unmittelbarer“, meinte Manfred Oomen. Eine Wand schmückt ein buntes Fries aus Fliesenstücken. Ein kleiner Fisch ist die ganz persönliche Anmerkung von Dieter Paas. „Ich bin Angler, da muss immer was mit Fisch dabei sein“, nimmt er für sich künstlerische Freiheit in Anspruch.
Zur Vorstellung lud Oomen gestern Morgen zum „Hundertwasser-Frühstück“ ein, das ab nun zur Speisekarte des Cafés gehört. Stellvertretender Bürgermeister Karl-Heinz Hermans, Erster Beigeordneter Volker Rübo, Kulturamtsleiterin Dr. Elisabeth Friese und städtischer Pressesprecher Christoph Dellmans waren gekommen, die Premiere mitzuerleben. Angeboten werden vielerlei süße Spezialitäten, bei denen das klassische Wiener Caféhaus Pate gestanden hat: süße Wiener Schnecken mit Mandeln oder Rosinen und Zucker, leckere Hörnchen. Als Krönung präsentierte Oomen am Montag eine Linzer Torte nach altem Familienrezept. „Den hat meine Schwester zu Hause gebacken, denn diesen feinen Teig schaffen unsere Maschinen nicht,“ erzählte er. Promptes Lob kam von Hermans, der als Bäckermeister die Qualität sehr zu schätzen wusste.
Ergänzt wird die Speisekarte immer mal wieder durch Tafelspitz oder Kaiserschmarrn. Natürlich kann man die leckeren Pralinen, wie sie in den Workshops entstehen auch zum Kaffee probieren. Das Frühstück wird stilecht in Geschirr serviert, das Hundertwasser-Gemälden nachempfunden ist.
Als Kunsthistorikerin wagte Dr. Elisabeth Friese natürlich auch einen kleinen Blick unter den Tassenboden, um zu entdecken, dass es sich hier um eine limitierte Edition handelt. Wer möchte, kann sich darin einen Wiener Kaffee oder eine Melange mit Schlagobers munden lassen. Ganz begeistert war FRau Friese von den Espressotassen, die mit Spirale und Schnecke gleich zwei beliebte Hundertwassermotive aufnehmen.
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