Stadt Kempen: Zeitplan für Abriss und Neubau
VON GERT UDTKE - zuletzt aktualisiert: 12.01.2012Stadt Kempen (RP). Start frei für den Bau des Klosterhofs in Kempen: Am Montag beginnen die Arbeiten für das Wohn- und Geschäftszentrum an der Ecke Burg- und Orsaystraße. Es ist das größte Projekt seit Jahrzehnten in der Altstadt.
Die Kempener Wohnungsbaugesellschaft Ralf Schmitz und die Stadt haben in den vergangenen Monaten alle Vorarbeiten geleistet, um das Projekt Klosterhof umsetzen zu können. Dazu gehörte die Vorbereitung des Baufelds. Das heißt: alle Ver- und Entsorgungsleitungen wurden in wochenlangen Arbeiten aus dem Weg geschafft und neu verlegt. Am Samstagvormittag werden noch die geätzten Glasfenster von Johannes Beeck und die farbenfrohen Glasfenster der verstorbenen St. Huberterin Margret Hoever ausgebaut.
Nächste Woche beginnt der von Ralf Schmitz beauftragte Abbruchunternehmer, das ehemalige Kreishaus samt Sitzungssaal und die benachbarte Tiefgarage Orsaystraße zu beseitigen. In der ersten Phase werden Bäume und Büsche ringsum entfernt und die Gebäude entkernt: Einbauten wie hölzerne Wandschränke, Heizkörper, Aluminiumfenster oder Sanitäranlagen werden demontiert und entsorgt.
Zu dieser bis Karneval dauernden Vorbereitung gehört auch, dass die Stadt Installationsanschlüsse des Franziskanerklosters vom verglasten Verbindungsgang, der "Beamtenlaufbahn", trennt. Die Stadtwerke Kempen schließen zugleich die bereits im Freien verlegte, neue Fernwärmeleitung im Franziskanerkloster und in der Paterskirche an. Diese Vorarbeiten erfordern bis auf Teilsperrungen während der Baumfällungen noch keine vollständige Straßenschließung.
Das Klosterhof-Projekt
Bauherr Ralf Schmitz Wohnungsbaugesellschaft Kempen
Investition ca. 20 Millionen Euro
Grundstück 5500 Quadratmeter an der Ecke Burg- und Orsaystraße
Entwurf Joachim Hein und Ulrich Brock vom Architektenbüro RKW in Düsseldorf
Wohnungen/Läden Im viergeschossigen Eckgebäude entstehen 33 Wohnungen auf 3000 Quadratmeter Fläche und im Erdgeschoss Geschäfte auf 2000 Quadratmetern. Im kleineren, dreigeschossigen Haus an der Orsaystraße sind sechs Wohnungen auf 550 Quadratmetern geplant sowie Läden auf 330 Quadratmetern.
Preise 3400 bis 3600 Euro/qm für die 60 bis 150 Quadratmeter großen Eigentumswohnungen
Tiefgarage unter der Orsaystraße bietet 102 öffentliche und 70 privat gemietete Stellplätzen
(Angaben nach Stand Juli 2011)
Sobald der Karneval in der vorletzten Februarwoche vorbei ist, setzt das Abrissunternehmen große Maschinen auf der Baustelle ein. Es bricht die Beamtenlaufbahn, das Kreisgebäude und die Tiefgarage nacheinander ab. Übrigens nach Auskunft von Ralf Schmitz mit derselben, bewährten Technik wie bei der Beseitigung des vergleichbar großen Finanzamtgebäudes an der Von-Saarwerden-Straße im Juni 2007: Bagger nagen und reißen die Wände von oben nach unten ab, Lkw fahren den Schutt laufend ab.
Entsprechend dem Baufortschritt wird das Areal gesichert und die Orsaystraße zwischen der Alten Schul- und der Burgstraße gesperrt. Autofahrer, die von der Wambrechiesstraße in Richtung Baustelle Orsaystraße fahren, müssen sich darauf einstellen, warnt die Stadtverwaltung, dass sie im Straßenraum nicht wenden können. Fußgänger können den Gehweg an der Südseite der Orsaystraße weiter nutzen. Über eine provisorische Zu- und Ausfahrt für Pkw bleibt die Straße Am Propsteigarten in der Bauphase an die Orsaystraße angeschlossen.Wegen des Abbruchs der "Beamtenlaufbahn" ist der Hauptzugang zum Kulturforum Franziskanerkloster vom 20. Februar bis 1. April dicht. Ersatzzugänge zu Museen und Stadtbibliothek im Franziskanerkloster werden von der Kopfseite an der Burgstraße bzw. von der Franziskanerstraße ausgeschildert.
Bis Mai sollen Kreishaus und Tiefgarage abgebrochen sein. Anschließend wird die neue Tiefgarage an der Orsaystraße bis Jahresende 2012 gebaut. Dann ist der erste große Schritt vollzogen, so dass Verkehrsteilnehmer die Orsaystraße voraussichtlich ab Anfang 2013 als provisorische Baustraße wieder befahren können.
Ab Herbst 2012 bis zur ersten Jahreshälfte 2014 sollen die beiden eigentlichen Hochbauten des Klosterhofs – ein großer Eckbau und ein kleineres Gebäude – vom Bauherrn Ralf Schmitz errichtet und die angrenzenden Straßen und Plätze im Auftrag der Stadt Kempen neu gestaltet werden.
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