Kempen: Zurück zur Sachpolitik
zuletzt aktualisiert: 04.09.2010Kempen (RPO). stadt kempen Die CDU-Größen müssen da etwas missverstanden haben, als Julius Louven (77) mit der Erfahrung eines "Elder Statesman" mehr politische Diskussion innerhalb der Kempener Union forderte. Die bekam er am Donnerstagabend zwar, aber auf tiefstem persönlichem Niveau. Es fielen verletzende Worte, um einen Parteifreund zu demontieren. Außenstehende, und zu ihnen zählte sich sogar die große Mehrheit der Mitglieder, können kaum beurteilen, wie weit die Kritik am Ex-Vorsitzenden Jochen Herbst gerechtfertigt ist. Aber nach seinem eigenen Eingeständnis, auch mal hitzig und geradeaus sein zu können, und nach den Schilderungen besonnener CDU-Politiker wie Klaus Wollersheim oder Karola Vogel muss schon etwas dran sein an den Vorwürfen – auch wenn immer zwei Kontrahenten zu einem Krach gehören. Nur: Vor 227 Anwesenden, vor der Presse und damit der Öffentlichkeit so harsch gegen eine Person vom Leder zu ziehen, ist ungehörig. Das gehört hinter verschlossene Türen. Die neue Parteichefin Eva Theuerkauf hat nun schwierige Zeiten vor sich, muss sie doch die Gräben zwischen den beiden innerparteilichen Gruppierungen um sie selbst und um Herbst zuschütten. Die thomasstädtische CDU hat Glück, dass sie mutmaßlich einige wahlfreie Jahre vor sich hat, um sich gründlich zu erneuern. Das ist nicht allein eine parteiinterne Notwendigkeit; die CDU als stärkste Kraft im Stadtrat hat diese Verpflichtung besonders gegenüber den Bürgern. Sie hat Sachpolitik in schwerer Finanznot zu gestalten und nicht eigene Befindlichkeiten zu pflegen. Ob Eva Theuerkauf jenseits ihrer rhetorischen Künste das politische Zeug und die nötige Führungskraft besitzt, muss sie erst unter Beweis stellen. GERT UDTKE
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