Kempen: Zwei Hymnen auf Kempen
VON GERT UDTKE - zuletzt aktualisiert: 06.12.2006Kempen (RPO). Musikalisch und und bildlich rückt der Buch Verlag Kempen die Thomasstadt in den Blickpunkt. Er würdigt den Ort mit einer schwungvollen „Niederrhein-Hymne“ auf CD und einem mit vielen Interviews angereicherten Bildband.
stadt kempen Der Verleger und Autor Hans-Jürgen van der Gieth nähert sich Kempen über Kuhweiden, Obstplantagen und Kappesfelder, kommt an der Kapelle St. Peter vorbei und erreicht schließlich „Kempen – eine grüne Stadt“. Fotos vom East-Cambridgeshire-Park, Liebespfad, Waldschlösschen und Grüngürtel belegen diese Behauptung.
In der Altstadt, Ellenstraße, trifft der Kempener van der Gieth seinen ersten Gesprächspartner, Vizebürgermeister Karl-Heinz Hermans. Er erinnert an die gelungene Stadtsanierung, plaudert über Kempen als attraktives Lebensumfeld von Jung und Alt. Für Hermans ist es immer wieder schön, „wenn ich nach Kempen hineinkomme und von weitem schon den Wasserturm sehe oder die Spitze des Turms der Propsteikirche und den Zeigefinger Gottes in Kamperlings“.
Vor allem diese Interviews mit 13 prominenten und weniger bekannten Bürgern der Stadt machen den besonderen Reiz des neuen Bildbands aus. Die Antworten sind Liebeserklärungen an die Stadt, sparen aber auch kritische Blicke in die Zukunft nicht aus. So reichen sie über den Tag hinaus, zeigen die enge Verbundenheit, die Geborgenheit und „das Kempener Lebensgefühl“ (Bürgermeister Karl Hensel). „Hier in Kempen kann ich mich fallen lassen“, sagt der Künstler Thomas Niermann und schätzt an der Stadt, „dass es bunte Vögel gibt, und dass sie auch akzeptiert sind in ihrem Anderssein“. Alice Alves Poeira, engagiert im „Multikulturellen Forum“, denkt über Heimat nach. Ihre Wurzeln habe sie in Portugal, aber in Kempen „hat sich auch ein Gefühl von zu-Hause-sein eingestellt“. Überraschende Antworten geben die Befragten zu ihrem Lieblingsplatz: Für den Ersten Beigeordneten Volker Rübo ist es der „Sattel meines Fahrrads“, auf dem er das Kempener Land erkundet. Für Rektorin Monika Böttges ist es „die gemütliche Atmosphäre auf dem Buttermarkt“, für Sportikone Rudi Falkner „ein Platz auf der Tribüne in der Ludwig-Jahn-Halle“, für Kulturpolitikerin Mathilde Bildstein die Thomaskirche.
200 Farbbilder von Hardy Mosel zeigen gekonnt die Sehenswürdigkeiten aller Ortsteile, aber auch den Alltag auf dem Wochenmarkt oder die Kirmes. Besonders stimmungsvoll sind die Nachtaufnahmen oder manche ungewöhnliche Perspektiven gelungen. Andere Fotos wirken merkwürdig leer – es fehlen die Menschen auf Schulhöfen und Plätzen, in Parks und Straßen. Dabei ist Kempen doch eine lebendige Stadt. . . Oder wie eine Strophe der Kempen-Hymne sagt: „In den Straßen der Altstadt, wo das Leben noch lebt/Hat man Eile und Schwermut schon längst abgelegt/Ist das Kempener Kino der Welt ein Begriff/Weil man Raucher noch duldet und Gemütlichkeit liebt/Fördern Bahnübergänge das Image der Stadt/Weil man stundenlang steht und die Ruhe weg hat.
Buch und CD
Das Buch „Kempen – Ansichten“ mit 160 Seiten und 200 Farbfotos kostet 22,90 Euro. Die CD „Niederrheinhymne“ von Kurzfristich (ca. 35 Minuten) kostet 9,90 Euro. Im Set sind beide für 29,80 Euro erhältlich.
Verkauf beim Buch Verlag Kempen, St. Huberter Straße 67 in Kempen, in allen Buchhandlungen in der Stadt Kempen sowie in einigen Schreibwaren- und Bastelgeschäften sowie am Stand der Stadtverwaltung Kempen auf dem Weihnachtsmarkt.
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