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Bescheidene Rolle

VON HERBERT GRASS - zuletzt aktualisiert: 24.06.2008

Der Kreis Heinsberg wurde arg gebeutelt: Er stellte alle drei Absteiger – und auch zwei der drei weiteren Teams mussten lange zittern, ehe der Klassenerhalt gesichert war. Immerhin: Den schafften alle drei „Erkelenzer“.

Mit Rhenania Immendorf, der SG Union Würm-Lindern und Rot-Weiß Frelenberg mussten gleich drei Vertreter des Fußball-Kreises Heinsberg die Bezirksliga, Staffel 4, Richtung A-Liga verlassen. Weil auch die Sportfreunde Uevekoven und Viktoria Katzem es erst am vorletzten Spieltag ans rettende Ufer schafften, wird deutlich, welch äußerst bescheidene Rolle die hiesigen Bezirksligisten in der Liga gespielt haben.

Löbliche Ausnahme ist da nur die Zweitvertretung des FC Wegberg-Beeck, die es – anders als in den Vorjahren – schon früh geschafft hatte, den Ligaerhalt zu erreichen. Zur Spielzeit 2008/09 geht zwar wieder ein Heinsberger Siebenerfeld an den Start, dies aber auch nur dank der Landesliga-Absteiger FSV Geilenkirchen, TuS Rheinland Dremmen und SC 09 Erkelenz. – Im Folgenden gilt das Augenmerk dem Abschneiden der drei Teams des Erkelenzer Lands.

Info

Heim-, Auswärtsbilanz

Mit 38 Punkten war der BV Bedburg bestes Heimteam der Liga. Die einzige Niederlage zuhause setzte es ausgerechnet gegen Absteiger Rot-Weiß Frelenberg (0:1). Meister und Mitaufsteiger SC Kellersberg war in der Fremde das Maß aller Dinge, fuhr dort satte 34 Punkte ein. Insgesamt waren aber die Heimteams erfolgreicher. So behielten sie 108 Mal die volle Punktzahl. Immerhin 93 Mal verließen die Gästeteams als Sieger den Platz. 39 Mal hieß es: Unentschieden.

FC Wegberg-Beeck II

Nicht wenige Experten hatten schon mit Skepsis auf die Entscheidung des Beecker Vorstands reagiert, für die Reserve Arno Hünninghaus vom Ligarivalen Uevekoven loszueisen – die Ziele lagen wohl zu weit auseinander. Während die Vereinsführung nur die Vorgabe gemacht hatte, möglichst früh den Klassenerhalt klarzumachen (dies hatte Hünninghaus mit seinen Youngstern auch schon bald umgesetzt), wollte er wohl mehr, strebte womöglich sogar den Chefposten bei der „Ersten“ an.

Weil sich die Ziele zwischen Verein und Trainer mehr und mehr entfernten, war die Trennung abzusehen – und wurde dann auch vollzogen. „Co“ Maik Schiffer übernahm, wird zur neuen Saison aber wieder ins zweite Glied rücken und dem neuen Trainer Jörg Beyel assistieren.

Sportfreunde Uevekoven

So richtig glücklich sind die Sportfreunde in den letzten Jahren mit ihren Trainern nicht mehr geworden. Nach dem Missverständnis mit Harald Kopf (2006) übernahm Arno Hünninghaus, brachte das Team auch auf Kurs, wechselte zum Saisonende dann aber überraschend nach Beeck. Mit Claus Richter glaubte man den richtigen Nachfolger gefunden zu haben, aber auch das wurde zum „Missverständnis“.

Als Glücksfall erwies sich dann die Verpflichtung von Bernd Nief, gerade erst von Ligakonkurrent VfR Würselen entlassen. Nief brachte neue Ordnung ins Team, weckte bei dem ein oder anderen neue Motivation und schaffte den Klassenerhalt. Aber auch für Nief ist schon wieder Schluss, weil ihm die Fahrerei von seinem Wohnort Alsdorf nach Wegberg einfach zuviel wird. Jetzt hoffen die Sportfreunde, mit dem „Neuen“ Rudi Mohren endlich einmal wieder langfristig zusammenarbeiten zu können. Der wird u. a. wohl auch wieder auf die Torjägerqualitäten von Marcel von Dahlen setzen, der es in seiner ersten Bezirksligasaison (kam von B-Ligist SV Klinkum) auf beachtliche 19 Treffer gebracht hat.

Viktoria Katzem

In seinem siebten Jahr als Trainer der Viktoria war Klaus Hellingrath endlich am Ziel, durfte den Verantwortlichen am „Nysterbach“ Vollzug melden: Der schon lange angestrebte Aufstieg in die Bezirksliga war erreicht. Die neue (alte) Umgebung entpuppte sich dann aber doch als weit schwieriger, als sich das Hellingrath und sein in den Jahren zuvor sportlich verwöhntes Team (u.a. bereits einmal Relegation zur Bezirksliga, Kreispokalfinalist gegen Dremmen, Hallen-Stadtmeister von Erkelenz) wohl vorgestellt hatten.

Jedenfalls war die Leichtigkeit des Seins abhanden gekommen. Die zuvor in der A-Liga so erfolgreiche Offensive (Alagöz, Kai Jöris, Dethloff) hatte Ladehemmung und wurde sogar von Neuzugang Jan Bohnen (zwölf Saisontreffer) überflügelt. Hellingrath spürte auch bald den Druck von Vorstand und Anhang und warf das Handtuch.

Das Duo Dirk Lindenlauf und „Frajo“ Conen übernahm das Himmelfahrtskommando – und hat bestanden. So übergibt es Neutrainer Thomas Schläger also doch ein Bezirksliga-Team, das zur neuen Spielzeit aber ein stark „geliftetes“ Gesicht präsentiert. Vermissen wird Schläger sicher Sebahattin Alagöz (wechselt zu A-Ligist Germania Kückhoven) sowie die Jöris-Brüder, die sich Richtung Dremmen (Kai) und Jülich (Norman) verändern wollen.

Quelle: RP

 
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