Die Halle war der Star
VON MARIO EMONDS - zuletzt aktualisiert: 08.01.2007Das 21. Turnier des SC 09 Erkelenz gewann zum dritten Mal der FC Wegberg-Beeck – und das auch verdient. Das spielerische Niveau war am Finaltag indes mäßig. Viel Lob heimste dafür die neue Karl-Fischer-Sporthalle ein.
Am Ende gab es fast nur strahlende Gesichter. Sowieso beim FC Wegberg-Beeck. Denn der Verbandsligist gewann durch ein 3:1 gegen den TuS Rheinland Dremmen nach 1996 und 1999 zum dritten Mal das große Turnier des SC 09 Erkelenz, das bei der 21. Auflage zum vierten Mal als Willy-Stein-Gedächtnisturnier gespielt wurde, und erhielt neben dem Wanderpokal die 650-Euro-Siegprämie.
Aber auch beim Finalisten TuS Rheinland Dremmen und insbesondere dessen Trainer Claus Richter, den die erneute Endspielniederlage nicht grämte: „Ich bin drei Jahre Trainer in Dremmen, und immer haben wir hier das Finale erreicht – das ist doch auch was.“
Freude herrschte auch bei den Sportfreunden Uevekoven, denn die sicherten sich durch ein 4:2 gegen Ausrichter SC 09 Platz drei. Und auch der SV Kuckum trat nicht schlechtgelaunt die Heimreise an, erhielt er doch den Fairnesspokal.
Kuriose Rote Karte
Im gesamten Turnier gab es eine Rote Karte – und die war kurios: Unmittelbar nach dem Abpfiff des letzten Zwischenrunden-Spiels zwischen Erkelenz und Oberbruch (6:1) warf BC-Akteur Nicolaus Frings Schiri Christian Lex das Trikot ins Gesicht – dieser zückte den Karton. Neben Lex pfiffen am Finaltag Daniel Jakobs und Roland Jers. Am Freitag waren es Murat Julevic und Sven Körfer, am Samstag Alex Dohmen, Florian Heselmann und Christian Grün.
„Das hat Spaß gemacht“
Ganz besonders um die Wette strahlten indes die Gastgeber – und das hatte seinen Grund. Zum einen war die Karl-Fischer-Sporthalle am Finaltag ordentlich voll, und zum anderen hatte organisatorisch und logistisch fast alles hingehauen – Premiere in der neuen Arena geglückt. Was die Spieler – da konnte man fragen, wen man wollte – durch die Bank bestätigten: „Eine tolle Halle, ein guter Boden, Rundum-Bande – hat Spaß gemacht.“
Das spielerische Niveau am Finaltag konnte mit diesem Rahmen indes nicht ganz mithalten. Hatten sich in der Vorrunde vor allem Erkelenz, Beeck, Giesenkirchen und auch Kuckum in glänzender Torlaune gezeigt, so blieben gestern spielerische Glanzlichter rar. Da wurde (zu) viel mit dem Ball gerannt, anstatt ihn laufen zu lassen – und vor allem: Das Spiel speziell mit der Hintertorbande wurde sträflich vernachlässigt – dabei bietet doch gerade das in der Halle so viele Möglichkeiten . . .
Am verdienten Beecker Sieg konnte das aber nicht rütteln: Acht Spiele – acht Siege, lautete die makellose Bilanz. Weitaus dornenreicher war Dremmens Weg ins Finale – was speziell für die Vorrunde galt: Hätte der SV Schwanenberg in seinem letzten Spiel gegen den bis dahin punktlosen SV Holzweiler die 4:3-Führung über die Zeit gebracht, dann wäre für den bis dahin äußerst schlappen TuS bereits am Freitag Endstation gewesen und statt dessen der SVS weitergekommen. Doch die sorglosen „Schwäne“ gestatteten in der Schlussminute Holzweiler noch den Ausgleich. „Das war nicht unglücklich, das war dämlich – zumal wir Ballbesitz hatten“, redete Schwanenbergs Coach Frank Strothkämper Klartext.
Im Finale brachte Kevin Baumann den TuS zunächst in Front, doch Johannes Walbaum, Jochen Vogels und Edin Hadzic sechs Sekunden vor Schluss drehten die Partie in ein 3:1 für Beeck. Für den Bosnier war sein Last-Minute-Treffer ein besonderer. War’s doch sein 13. Tor, womit er sich vor Kuckums Artur Matern (zwölf) den Goldenen Schuh der Kreissparkasse sicherte.
Im Kleinen Finale trafen für Uevekoven Bastian Schulte, Dirk Hlavsa, Frank Zierener und Dennis Krieger, für Erkelenz waren Olaf Mayer und Marcel Holterbosch jeweils zum Anschluss erfolgreich. Und das einzige Spiel, das die Gemüter so richtig erhitzte, lief auch mit Beteiligung des SC 09 ab: Beim 5:3 gegen Geilenkirchen kochten die Emotionen hoch – sowohl auf dem Feld als auch an der Bande . . .
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