Ein Abend der Nettigkeiten
VON MARIO EMONDS - zuletzt aktualisiert: 30.08.2007WestLotto-Fairplay-Pokalsieger Sportfreunde Uevekoven zeigte sich als guter Gastgeber, und der FVM dokumentierte auch durch das Aufgebot an Offiziellen, dass es ihm mit der Sache ernst ist. Die Auswahl siegte 4:1.
Der Abend begann mit einem Schreck: „Was, auf diesem Platz sollen wir gleich spielen?“, entfuhr es einem Spieler der U 21-Mittelrhein-Auswahl beim Betreten der Uevekovener Sportanlage. Sportfreunde-Stammkeeper Markus Scheeres, mit einem Bandscheibenvorfall zurzeit außer Gefecht gesetzt, ließ das Nachwuchstalent belustigt eine Zeitlang in dem Glauben, seine Fußball-Künste gleich in der Tat auf dem ebenso altehrwürdigen wie holprigen Platz zeigen zu müssen. Ehe er den Youngster dann doch noch aufklärte: „Nein, keine Panik, wir haben weiter hinten noch einen neueren und besseren Platz.“
Und wie sich diese kleine Anekdote zum Guten wendete, so geriet das Spiel des WestLotto-Fairplay-Pokalsiegers 2006/07, eben die Sportfreunde Uevekoven, gegen die Verbandsauswahl auch generell zu einem Abend der Nettigkeiten und schönen Gesten.
Uevekovens Neuer
Bei den Sportfreunden wirkte gestern ein neuer Spieler mit: Florian Vondermann. Der Mittelfeldspieler, der zuvor bei TuRa Brüggen gespielt hatte, meldete sich Anfang der Woche in Uevekoven an.
Kein lästiger Pflichttermin
Dafür sorgten zum einen die Sportfreunde, die sich als gute Gastgeber präsentierten. „Der Verein hat die Veranstaltung top organisiert“, lobte FVM-Coach Helmut Jungheim. Dafür sorgte aber auch der Verband, der durch das Aufgebot an Offiziellen dokumentierte, dass dieses Spiel tief in der Provinz und recht weit weg von der Kölner Zentrale für ihn kein lästiger Pflichttermin war, sondern er es mit dieser Auszeichnung in der Tat sehr ernst meint: Präsident Alfred Vianden war zwar verhindert, aber sein Vize Karl-Heinz Witt hatte ebenso den Weg nach Uevekoven gefunden wie Geschäftsführer Hans Willy Zolper, Spielausschuss-Vorsitzender Rolf Thiel und dessen „hochrangige“ Mitglieder Hans-Josef Geiser und Alois Rabenbauer.
Witt war es auch, der den Premierencharakter der Veranstaltung hervorhob: „Wir wollten in diesem Jahr mit diesem Spiel erstmals raus in die Öffentlichkeit. Der Fairplay-Wettbewerb feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. In dieser Zeit haben wir 132 000 Euro in Geld und Sachspenden für diese Sache zur Verfügung gestellt. Das haben wir gerne getan, das ist gut angelegtes Geld – und für die Vereine wohlverdientes Geld.“
Für ihren Sieg strichen die Sportfreunde 2000 Euro ein – dazu noch 20 Eintrittskarten für ein Heimspiel des 1.FC Köln. Lediglich vier Maluspunkte standen beim Bezirksligisten nach der Saison zu Buche – für zwei Gelb-Rote Karten (die hatten Daniel Marschalk und Dirk Hlavsa kassiert). Es zeugt von gewisser Ironie, dass mit Kapitän Marschalk ausgerechnet einer der beiden „Sünder“ die Auszeichnungen nun entgegennehmen durfte . . .
Unspektakulär
Weit weniger spektakulär geriet vor gerade einmal 140 Zuschauern das Spiel, das die FVM-Auswahl nach torloser erster Halbzeit am Ende 4:1 gewann (wegen der einbrechenden Dunkelheit dauerte das Spiel nur knapp 80 Minuten).
Beide Teams liefen stark ersatzgeschwächt auf. Wegen eines parallen Spiels in der Nachwuchsrunde gegen den FC Metz war mit Keeper Roland Müller nur ein Akteur des 1.FC Köln II dabei, während Alemannia Aachen gar nicht vertreten war. Und bei den Sportfreunden fehlten neben dem beruflich verhinderten Trainer Claus Richter auch gleich acht Spieler. „Wir mussten so mit drei C-Liga-Akteuren spielen – und die haben ihre Sache doch gut gemacht“, meinte Aushilfscoach Udo Jansen.
Die Tore: 41. 0:1 Militürk (Spfr. Troisdorf), 50. 0:2 Foulelfmeter Alexander Hettich (Bayer Leverkusen II), 56. 1:2 Handelfmeter Marschalk, 62. 1:3 Dahmani (Troisdorf), 63. 1:4 Eckert (VfL Leverkusen).
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