Turnen: Ein sportliches Feuerwerk
VON KERSTIN WEFERS - zuletzt aktualisiert: 14.11.20098. Turn- und Gymnastikshow des Gladbacher Turngaus in MG-Giesenkirchen vor vollem Haus.
Ob für den fünfjähriger Turnzwerg oder den 87-jähriger Turnveteran – Beifall gab es für jede Altersgruppe der abwechslungsreichen Show.Termine des Turngaus
23. Januar 2010: Sportlerehrung des Gladbacher Turngaus in Wegberg-Rath-Anhoven (Haus Cohnen). 13. März 2010: Gau-Verbandstag beim TV Granterath in der Mehrzweckhalle. Der TVG feiert dann sein Hundertjähriges.
November 2010: Die 9. Turn- und Gymnastikshow des Turngaus macht einen kleinen Abstecher in die Karl-Fischer-Sporthalle nach Erkelenz. Der TV 1860 Erkelenz feiert dann sein 150-jähriges Bestehen.
Wieder einmal präsentierte sich die Turn- und Gymnastikshow des Gladbacher Turngaus, die in der Mehrzweckhalle in Mönchengladbach-Giesenkirchen vor vollem Haus ablief, als ein wahres Feuerwerk des Sports. Mehr als das: sie wurde zelebriert.
Nach dem Einmarsch der Aktiven begrüßte Gauvorsitzender Johannes Heinen (Wegberg-Beeck) die Zuschauer und die Ehrengäste aus Wirtschaft, Politik und dem Turngau, denen über mehr als drei Stunden ein abwechslungsreiches und schwungvolles Programm geboten wurde Unterstützendes rhythmisches Klatschen begleitete die musikalisch unterlegten Darbietungen – verdienter Lohn für ein tolles Programm. Die Mitwirkenden waren ganz bei der Sache, und bei manchem Turnzwerg – die Jüngsten waren gerade fünf Jahre alt – war zu befürchten, dass er sich vor lauter Konzentration die Zunge abbeißen würde.
Tanz, Gymnastik, Bodenturnen, Rhönrad, Trampolin, Schwebebalken, Barren – die Zuschauer bekamen einen umfassenden Einblick in die Arbeit der Vereine. Und dass viel Mühe und Liebe in die Präsentation gesteckt wurde, war deutlich zu spüren. Man sah nicht nur das sture Abarbeiten von Übungen, nein, es wurden durchorganisierte Choreographien präsentiert, mit passenden, phantasievollen Kostümen, die teilweise selbst genäht waren – sogar ganze Geschichten wurden erzählt.
So zeigte der TV Mülfort-Bell eine Reise durch die Welt des Turnens. Einer kleinen "Stubenhockerin" wurde gezeigt, wie viel Spaß man in seiner Freizeit haben kann, wenn man diese nicht nur vor dem PC verbringt. Zum Abschluss präsentierte der TV Pongs mit seinen "High Flyers" eine gelungene Umsetzung vom "König der Löwen". Der Urwald tobte und die "Tierwelt" flog auf und über Trampoline und tanzte nach der Musik aus dem bekannten Zeichentrickfilm und Musical. Allein Timon und Pumba konnten sich nicht überwinden und liefen immer wieder am Mini-Trampolin vorbei. Sie hatten die Lacher auf ihrer Seite.
Es gab nicht nur ein Highlight an diesem langen Nachmittag, es gab viele. Dabei auch die Impuls-Damengruppe des TV Bedburg, deren ausgefeilte Choreographie zeigte, dass Jazzdance und Modern Dance nicht nur den ganz Jungen vorbehalten sind. Präzise, musikalisch, sportlich und ausdrucksstark. Der Applaus war ihr sicher.
Großen Anklang fanden auch die Choreographien mit dem Rhönrad. Melanie und Jochen Kaiser "tanzten" mit dem Rhönrad einen Tango. Mit Anmut und Eleganz präsentierte das Geschwisterpaar die athletischen Übungen, als wäre die Schwerkraft noch nicht erfunden worden. Eine weitere Geschichte erzählte der TV Liedberg mit den Rhönrädern in James-Bond-Manier: Die High Society feiert, aber die Bösen sind nicht weit und stehlen die Juwelen der Akteurin. Selbstverständlich verfolgte 007 die Bande, bis er die Ganoven mit der Pistole niederstreckte. Trotz Vorwarnung des Moderators, der Pistolen-Knall kam überraschend.
Besonders aber tobte die Halle, als eine Seniorenriege vom Turnverein Schwanenberg ihre Kunst am Barren zeigte. Der älteste Turner war sage und schreibe 87 Jahre: Friedrich Mäurer, der im Juni in Frankfurt am Main zum dritten Mal deutscher Turnfestsieger geworden war. Mit viel Schwung und Kraft zeigten die "Oldies" Übungen, die manch Jüngerem geradezu unfassbar schien. Die Begeisterung wollte kaum enden, es wurde geklatscht und auf den Boden gestampft. Und dies mit Recht.
Viele Eindrücke haben die Zuschauer mitnehmen können. Alle Aktiven konnten mehr als zufrieden sein. Ein durch und durch gelungenes Programm. Von Klein bis Groß, vom Boden bis in die Lüfte.
Der große Schlussapplaus galt allen – Akteuren, Übungsleitern und den fleißigen Helfern im Hinter- und Vordergrund, Licht- und Tontechnikern sowie den Moderatoren Karl-Heinz Kamps und Kirsten Lessenich. Aber auch den Damen des TV Giesenkirchen, deren Service in der Caféteria reibungslos funktionierte. Kuchen und Kaffee sowie Würstchen waren lecker und das Angebot wurde zur Stärkung vor der Show und in der Pause gerne genutzt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum