Entwarnung an der Personalfront
VON MARIO EMONDS - zuletzt aktualisiert: 10.09.2010Die Woche begann für Beeck sehr erfreulich: Bei eingehenden ärztlichen Untersuchungen stellte sich heraus, dass die Verletzungen von David Zajas und Johannes Walbaum nicht so schwer wie zunächst befürchtet sind. Am Sonntag kommt der VfB Hüls ins Waldstadion – mit Trainer Olaf Thon.
Mit einer Mischung aus Bangen und Hoffen hatte nicht zuletzt André Sieberichs, Cheftrainer des FC Wegberg-Beeck, zu Wochenbeginn zwei Resultaten entgegengeschaut. Nicht irgendwelchen Spielergebnissen – da hatte sich alles Relevante für den NRW-Liga-Aufsteiger ja bereits am Wochenende abgespielt.
Im Zentrum seines Interesses lagen vielmehr medizinische Befunde – genau gesagt das Ergebnis der ärztlichen Untersuchungen bei David Zajas und Johannes Walbaum. Letzterer war am Sonntag bei der völlig unnötigen 1:2-Niederlage beim MSV Duisburg II nach einer halben Stunde mit Verdacht auf Kreuzbandriss ausgeschieden. Von vornherein hatte Vize-Kapitän David Zajas gefehlt, der sich zuvor beim Training verletzt hatte – Verdacht auf Innenbandriss.
Sechs Wochen – nicht sechs Monate
Personal und Taktik
Doppelsechs/Raute? Sieberichs hat sich noch nicht entschieden, ob er im Mittelfeld mit der angestammten Doppelsechs oder erstmals mit Raute spielen lässt. Erster Kandidat für den zweiten Abräumer neben Blerim Rrustemi, der dies in Duisburg sehr gut gemacht hatte, ist Dennis Puhl. Der hat diesen Part auch am Sonntag nach der Verletzung Johannes Walbaums eingenommen. Von Beginn an? Gute Chancen auf seinen ersten Saisoneinsatz von Beginn an hat auf alle Fälle Arian Berkigt – bei Doppelsechs im rechten Mittelfeld, bei Raute auf der "Zehn".
Die ärztlichen Bulletins brachten bei beiden nun Entwarnung: Walbaum hat sich "nur" Anrisse des Meniskus und des Innenbands zugezogen, wird rund sechs Wochen ausfallen – bei einem Kreuzbandriss wären es sechs Monate gewesen. "Glück im Unglück", merkt Sieberichs dazu an. Und bei Zajas ist das Innenband lediglich angerissen. "Wenn es gut läuft, kann er nächste Woche wieder ins Training einsteigen", erläutert Sieberichs.
Beecks Coach kann sich zudem noch über eine andere Sache freuen: Der islamische Fastenmonat Ramadan ist beendet. Denn mit Noureddine Zaanani hat er einen Akteur, der das absolute Ess- und vor allem Trinkverbot bis zum Sonnenuntergang sehr ernst genommen und selbst bei großer Hitze in der Halbzeitpause nicht getrunken, sondern den Mund nur mit Wasser umgespült hat – leistungsfördernd war das sicherlich nicht. "Wir haben das respektiert. Froh bin ich aber, dass das nun ein Ende hat", bekräftigt Sieberichs.
Beim Heimspiel am Sonntag gegen den VfB Hüls dürfte der Deutsch-Marokkaner also wieder im Vollbesitz seiner Kräfte sein. Neben Zajas und Walbaum fehlt aber auch Kapitän Michael Enache, dem weiterhin eine hartnäckige Adduktorenzerrung zu schaffen macht.
Zweimal beobachtet
Sieberichs hat Hüls am ersten Spieltag beim 1:0-Sieg bei Alemannia Aachen II beobachtet – und sein Co Friedel Henßen noch einmal vergangenen Samstag beim 1:1 gegen die Sportfreunde Siegen. Sieberichs' Urteil: "Eine robuste und sehr clevere Truppe, die sich kaum Fehler erlaubt und kompakt steht. Wenn man gegen die in Rückstand gerät, wird's ganz schwer." Was auch die erst zwei Gegentore belegen – nicht zuletzt ein Verdienst des starken Torhüters Tobias Rantzow. Und vorne hat der VfB mit Timur Karagülmez einen Angreifer, der bereits viermal getroffen hat.
Die Partie gegen Hüls und das folgende Spiel in Erkenschwick sieht Sieberichs im Paket: "Wenn wir daraus vier Punkte holen, können wir mit dem Start sehr zufrieden sein." Trotz des Ausfalls der drei gesetzten Stammkräfte Enache, Zajas und Walbaum bleibt der Coach zuversichtlich: "Wir gehen nicht am Stock und stellen uns auch nicht schmollend in die Ecke. Schließlich hat in allen vier bisherigen Spielen die Leistung gestimmt."
Die Vorsaison beendete Hüls als Viertletzter und stand wegen des Abstiegs Borussia Mönchengladbachs II aus der Regionalliga zunächst als Absteiger fest. Nach den folgenden Turbulenzen um die insolventen Regionalliga-Zwangsabsteiger Bonner SC und Rot-Weiß Essen sowie der heftigen Intervention von Hüls' "Macher" Horst Darmstädter (der drohte, zivilrechtlich zur Not durch alle Instanzen zu gehen) blieben die Westfalen dann doch in der NRW-Liga – das WFLV-Präsidium überstimmte dabei am Ende seinen eigenen Spielausschuss, der dagegen votiert hatte.
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