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Gründer des Nierspokals

VON HANS-RUDOLF RITZEN UND HANS GROOB - zuletzt aktualisiert: 01.07.2011

1966 sollte eine schlagkräftige Mannschaft gebildet werden, heraus kam dann das traditionsreichste Turnier. Rechtzeitig zum Vereinsjubiläum Aufstieg in die Kreisliga B. Großes Festwochenende am 9./10. Juli.

So jubeln Meister und Aufsteiger – der TuS Keyenberg ist wieder B-Kreisligist.  Foto:  Kerkhoff (Archiv)
So jubeln Meister und Aufsteiger – der TuS Keyenberg ist wieder B-Kreisligist. Foto: Kerkhoff (Archiv)

Der TuS Keyenberg blickt in diesen Tagen auf sein 100-jähriges Bestehen zurück. In den beiden Jubiläumswochen steht zunächst das 46. Nierspokalturnier, bei dem der TuS von morgen bis zum 16. Juli Gastgeber ist, auf dem Programm. Der Jubelverein war auch Initiator des Nierspokalturniers. Heinz Pilatus war die treibende Kraft, weil er den Fußballsport im damaligen Amtsbezirks Holzweiler attraktiver gestalten wollte. Ein schlagkräftiges Team kam nicht zustande, aber im März 1966 ging ein Schreiben an die Vereine TuS Borschemich, SV Holzweiler, SV Immerath, SV Niersquelle Kuckum, SV Venrath und TuS Wanlo mit folgendem Wortlaut: Wir beabsichtigen, einen von unserem Verein gestifteten Pokal in Form eines Turniers als Wanderpokal ausspielen zu lassen. Die Idee wurde von den Clubs begeistert aufgenommen. Am 10. Mai 1966 kam es im Vereinslokal "Quellenhof" zur ersten Besprechung. Nicht nur das Nierspokal-Turnier war damit geboren, sondern auch die Nierspokalgemeinschaft gegründet. Erster Präsident wurde Hans Vennen aus Keyenberg. Ihm folgten Peter Winzen (TuS Keyenberg von 1966-1972), Erich Laumanns (TuS Keyenberg von 1972-2009) und Michael Weingarten (SV Venrath seit 2009).

Info

Mini-Jubiläum Ju-Jutsu

Der Ehrungs-Frühschoppen in der Keyenberger Mehrzweckhalle am 10. Juli hat um 12 Uhr einen sportlichen Teil, wird die Ju-Jutsu-Abteilung des TuS Keyenberg unter Leitung von Thomas Barth doch interessante Vorführungen aus ihrem Sportprogramm zeigen. Die Kampfsportler gehören seit 2006 dem TuS an, haben also ihr kleines Jubiläum – fünf Jahre. Beim TuS betreiben immerhin 37 aktive Mitglieder im Alter von acht bis 57 Jahren diese moderne Selbstverteidigung.

Die Turnierpremiere fand in der Zeit vom 30. Juli bis 7. August 1966 auf dem Sportplatz im Keyenberger Wald statt. Im Finale setzte sich der TuS Wanlo nach spannenden 90 Minuten knapp mit 3:2 gegen den TuS durch. Der holte sich dann ein Jahr später erstmals den Pott, was 1977 und 1986 nochmals gelang.

Neben dem Nierspokalturnier, das bis zum 16. Juli läuft, steht das Wochenende 9./10. Juli im Mittelpunkt der Jubiläumsfeiern. Am 9. Juni wird zunächst ab 10 Uhr der Fußball-Dorfmeister Keyenbergs gesucht. Zehn Teams sind am Ball. Der Festabend mit Ehrengästen beginnt um 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle. Dort werden auch verdiente Mitglieder durch den Fußballverband geehrt, ehe ab 21.30 Uhr die Band "Soundexpress" aus Köln für Jubelstimmung sorgen will.

Am Sonntagmorgen um 9.15 Uhr treffen sich die TuS-Mitglieder zu einer Festmesse in der Heilig-Kreuz-Kirche. Von dort geht es dann in Begleitung des St. Joseph-Musikvereins Keyenberg zur Kranzniederlegung vor dem Ehrenmal. Es schließt sich ein Frühschoppen in der Mehrzweckhalle an, bei dem auch verdiente Mitglieder durch den TuS 1911 geehrt werden. Zur Unterhaltung spielt der Musikverein St. Joseph. Eine kleine "TuS"-Ausstellung ist ebenfalls geplant.

Im Frühjahr 1911 wurde in der Gastwirtschaft "Mogge Bäcker" der VfB Keyenberg gegründet. Gegner war im ersten Spiel der SV Immerath. Der Erste Weltkrieg sorgte 1914 für die Einstellung des Spielbetriebs. Im Jahre 1919 lebte der Fußball in Keyenberg wieder auf. Bemerkswert sind aus dieser Zeit zwei Spiele von "internationalem Charakter" gegen eine Mannschaft der französischen Besatzungstruppen. Es gab einen 6:0-Sieg sowie eine 1:2-Niederlage. Der TuS schloss sich dem Verband an und bestritt Meisterschaftsspiele gegen Teams aus dem Gladbach-Rheydter Raum. Der Verein hatte permanent mit Nachwuchssorgen zu kämpfen. Die wurden im Jahre 1935 mit der Einführung der allgemeine Wehrpflicht noch größer. Aus diesem Grund kam es 1936 zu einer Fusion mit Niersquelle Kuckum unter dem Namen "Spielvereinigung Keyenberg-Kuckum". Nicht nur für viele ältere Vereinsmitglieder wäre dies heute undenkbar. Und wieder setzte ein Weltkrieg 1939 dann allen sportlichen Tätigkeiten ein Ende.

Ab der Saison 1948/49 gab es wieder einen geregelten Spielbetrieb im Fußballverband Mittelrhein. Der TuS Keyenberg gehörte der 1. Kreisklasse an. Die hielt er zunächst vier Jahre. Dann war für neun Jahre die 2. Kreisklasse sein Zuhause. In der Saison 1960/61 gelang die Rückkehr zur 1. Kreisklasse. Das beste Jahr der Vereinsgeschichte sollte nun folgen. Die Mannschaft blieb in der Spielzeit 1961/62 in 20 aufeinanderfolgenden Meisterschaftsspielen ungeschlagen. Punktgleich (44:12) mit dem SV Holzweiler beendete man die Saison. Das Entscheidungsspiel um die Kreismeisterschaft endete in Erkelenz nach Verlängerung 1:1. Im Wiederholungsspiel in Lövenich siegte der TuS dann mit 4:3. Es folgten die Aufstiegspiele zur Bezirksklasse gegen die Meister der Fußballkreise Jülich (Rhenania Lohn), Bergheim (BV Bedburg) und Heinsberg (SC Myhl). Den Aufstieg verpassten die Keyenberger als Tabellenvierter aber klar.

Insgesamt 18 Jahre spielte der TuS in der 1. Kreisklasse/Kreisliga A. Zuletzt in der Saison 2000/01. Danach folgten fünf Jahre Kreisliga B, ehe es 2006 gar in die C-Liga runter ging. Rechzeitig zum Hundertjährigen schaffte die Elf unter Trainer Volker Backes wieder den Sprung in die Kreisliga B. Vorsitzender Franz-Willi Schiffer, der seit 2003 im Amt ist, schreibt in einer informativen Festschrift: "Ich hoffe, dass es dem TuS noch lange gelingt zu spielen." Er stellt dabei heraus, dass beim TuS Keyenberg die Kameradschaft besonders groß geschrieben wird.

Quelle: RP


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