Leichtathletik: Juristischer Wirbel um DM-Start
VON HARALD KOKEN - zuletzt aktualisiert: 28.07.2007Neben Felix Hoppe, Hans Borgmann (beide VSV Grenzland), Peter Speckens (SV Schlafhorst) und Ingrid Kusche (TV 1860 Erkelenz) wird auch deren Klubkollege Peter Holthuijsen an diesem Wochenende bei der Deutschen Senioren-Meisterschaft im Werfer-Fünfkampf in Bad Oeynhausen an den Start gehen.
Dem 46-Jährigen, im Vorjahr immerhin Vize-Meister, wurde sozusagen in letzter Minute die Startgenehmigung erteilt. Allerdings nicht so ohne weiteres, sondern nach einer Vielzahl von Telefonaten und einem überaus kontroversen Schriftwechsel. Zunächst hatte sich der Schwanenberger ordnungsgemäß und fristgerecht über seinen Verein melden lassen. Doch postwendend kam die Absage – Bezug nehmend auf seine Staatsangehörigkeit. Holthuijsen, in den 80er Jahren immerhin Europameisterschafts-Teilnehmer im Zehnkampf, sei Niederländer und somit bei einer Deutschen Meisterschaft nicht startberechtigt, hieß es. Diese Regelung sei in den seit Anfang dieses Jahres geltenden Statuten eindeutig geregelt. Sein Vorjahres-Silber habe er noch nach altem Recht erlangt. Das aber sei nun Makulatur.
Während der Athlet selber noch kopfschüttelnd über deutsche Gründlichkeit sowie Sinn und Unsinn, Soll und Ist der Europäischen Union philosophierte, schritt sein Gattin – ihres Zeichens Rechtsanwältin – zur Tat. Es dauerte nicht lange, bis sie in den Ausschreibungsbestimmungen einen Passus fand, der Mehrkämpfe für die neuen Bestimmungen ausdrücklich ausklammerte. Die anstehende Meisterschaft aber ist genau das, ein Fünfkampf, bestehend aus diversen Wurfdisziplinen. – Den Verantwortlichen in der Meldestelle des Leichtathletikverbandes muss es wie Schuppen aus den Haaren, zumindest aber von den Augen gefallen sein, als sie dies schwarz auf weiß und mit der viel sagenden Justizia im Briefkopf mitgeteilt bekamen. So schnell ist wahrscheinlich noch niemand nachträglich in eine Teilnehmerliste aufgenommen worden.
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