Küppers platzt der Kragen
VON MARIO EMONDS - zuletzt aktualisiert: 17.11.2008Nach einer erbärmlichen ersten Halbzeit verliert Beeck gegen Schlusslicht Niederau mit 1:2. Nach der Pause hat der FC viele Chancen. Berkigt verschießt einen Elfmeter. Coach Küppers übt ungewöhnlich scharfe Kritik an seiner Elf.
Kurz vor dem Anpfiff zerdepperte ein Reservist des FC Düren-Niederau mit einem ebenso sinnfreien wie brachialen Schuss auf die Tribüne des Waldstadions einen der Plastiksitze – zum Glück saß dort niemand. Noch weitaus größeren Schaden für die Platzherren richtete der Gast indes dann im Spiel selbst an: Das Schlusslicht gewann beim FC Wegberg-Beeck 2:1.
Der Erfolg war verdient. Denn in Hälfte eins traten die Kleeblätter auf, als sei das ein netter und harmloser Freundschaftskick: ohne Mumm und Laufbereitschaft, dazu fahrig und mit unzähligen leichtfertigen Ballverlusten – die Einstellung war einfach beschämend.
Umgewertet
Zwei weitere Spielwertungen am Grünen Tisch musste Hans-Josef Geiser, Staffelleiter der Mittelrheinliga, vornehmen – diesmal jedoch ohne größere Konsequenzen. Denn die Spiele gegen Viktoria Köln (1:2) und FC Hürth (0:1) hatte Auslöser VfL Rheinbach ohnehin verloren. Der hatte in beiden Partien den da nicht spielberechtigten Ahmet Kaan eingesetzt. Folglich wurden die Spiele nun jeweils mit 0:2 gewertet.
So heftig wie noch nie
So beschämend, dass in der Pressekonferenz Trainer Josef Küppers der Kragen platzte und seine Pappenheimer so kritisierte, wie er das in dem nun genau einem Jahr, in dem er die sportliche Verantwortung trägt, bei weitem noch nie getan hatte: „Ich habe es satt, nach einem Heimspiel hier alle zwei Wochen zu sitzen und wieder eine Niederlage gegen eine unter uns stehende Mannschaft erklären zu müssen. Mit so einer Einstellung wie heute in der ersten Halbzeit gewinnt man in dieser Liga nicht ein Spiel. Da kann man vorher so viel erzählen, wie man will: Einige scheint das überhaupt nicht zu jucken. Es reicht auch nicht aus, sich erst sonntags ab 13.15 Uhr auf ein Spiel vorzubereiten – das erwarte ich über die gesamte Woche.“
Als Konsequenz kündigte er eine verschärfte Trainingswoche an – sowohl vom Inhalt als auch vom Ton: „Der Spaßfaktor wird dabei an unterster Stelle stehen – das kann ich schon mal versichern.“
Bezeichnend, dass es bis zur 42. Minute dauerte, ehe Beeck durch einen Kopfball Michael Mevens zum ersten Mal wirklich gefährlich im gegnerischen Strafraum auftauchte. Umgekehrt war das weit häufiger der Fall – vor allem in Person von Diza Lutete. Scheiterte er zu Beginn noch an Keeper Dominik Lescher (7.), machte der pfeilschnelle Stürmer das nach einer halben Stunde besser: Zunächst nahm er Tobi Klemt im Laufduell einige Meter ab, dann setzte er den Ball in die Maschen (31.). Nach einem schlimmen Fehlpass Patrick Ajanis zielte Lutete bei der nächsten Großchance knapp vorbei (38.), ehe er den weit schwierigeren Ball wieder im Tor unterbrachte (40.).
Was Küppers in der Pause erzählte, ist zwar nicht überliefert – auf alle Fälle zeigte es Wirkung. Endlich zeigten die Schwarz-Roten Biss, setzten den Gast unter Druck. Und gute Chancen gab es reichlich. Die hatten der eingewechselte Kevin Busch (55./77.), Meven (62.), Dominik Bischoff (64.) sowie Kapitän Dennis Puhl mit zwei brauchbaren Freistößen (53./72.). Zur Krönung scheiterte Arian Berkigt mit einem an Meven verwirkten Foulelfmeter an Niederaus vorzüglichem Keeper Sven Nikuliszyn (61.).
„Das war der Knackpunkt. Wenn der Elfer reingegangen wäre, wäre es sehr schwer geworden“, meinte Niederaus Coach Michael Servos. Das Anschlusstor fiel statt dessen erst zehn Minuten vor Schluss: Eine Berkigt-Ecke – Beecks zwölfte Ecke – köpfte Michael Enache ein.
Beeck: Lescher – Puhl, Reichartz, Klemt, Ajani – Enache, Regn (46. Busch) – Domgörgen (46. Friedrich), Berkigt, Bischoff – Meven
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