Manfred Noack ist es leid, ein Einzelkämpfer sein
VON MARIO EMONDS - zuletzt aktualisiert: 15.01.2008Keine gemütliche Jahresversammlung erlebten 35 Mitglieder der Islandpferdereiter Kreis Heinsberg. Dafür sorgte Vorsitzender Manfred Noack, der seinen Pappenheimern ordentlich die Leviten las: „Ich bin es leid, Einzelkämpfer zu sein und habe keine Lust mehr, alles an Arbeit selbst machen zu müssen. So geht es nicht weiter.“
Die erste drastische Konsequenz blieb er nicht schuldig: „Die sechste Auflage unseres Islandpferdeturniers auf meinem Hof in Gerderhahn wird es in diesem Jahr nicht geben. Zum einen wegen sinkender Teilnehmerzahlen, zum anderen aber eben, weil es immer schwieriger wird, dafür Helfer zu finden. Ob es überhaupt noch weitere Veranstaltungen dieser Art geben wird, liegt in erster Linie an der Bereitschaft der Mitglieder, mal mit anzupacken.“
Worauf einigen Versammlungsteilnehmern die Kinnlade runtergefallen sein muss. Bei den folgenden Neuwahlen straften sie Noack jedenfalls mit etlichen Enthaltungen ab. Dennoch wurde er ebenso für zwei Jahre wiedergewählt wie seine Frau Marie-Therese als Schriftführerin und Marion Heindorf als Breitensportwartin.
Über diese Reaktion der Mitglieder war Noack, seit acht Jahren Vorsitzender, noch am Tag danach sehr enttäuscht. „Ich hatte gehofft, damit mal einige wachgerüttelt zu haben. Das ist mir allem Anschein nach aber nicht gelungen. Statt dessen monierten einige Mitglieder fehlende persönliche Ansprache bei der Helferrekrutierung. Doch den Schuh muss ich mir nicht anziehen. Wir haben 149 Mitglieder, und alle habe ich immer per Mail angeschrieben, wenn es um irgendwelche Aufgaben ging. Die Resonanz darauf war stets sehr gering.“
Als eine Art Testveranstaltung sieht Noack daher den geplanten Tag der offenen Tür am 25. Mai auf seinem Hof an. „Dafür ist ja viel weniger Aufwand als für ein Turnier nötig. Diese Veranstaltung dauert nur einen Tag, und es müssen auch keine Richter bestellt werden. Ich bin also mal sehr gespannt, ob da mal einige Mitglieder mehr mit anpacken. Wenn nicht, dann muss ich mir Gedanken machen, ob’s für mich überhaupt noch Sinn macht.“
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