Fußball: Messer und Gabel ersetzten die Stäbchen
VON HANS GROOB - zuletzt aktualisiert: 03.12.2007Die Verständigung klappte über Englisch prima. Gegessen wurde deutsch, und auch hier gab es keine Probleme – nur kleine Stolpersteine. Rainer Frings, der mit seiner Familie drei Jugendfußballer der Okudera Sports Akademy aus dem japanischen Kanagawa aufgenommen hatte, schmunzelte: „Mit Messer und Gabel zu essen, sie haben es wohl vorher gelernt. Nur Fleisch, das haben sie einfach noch viel zu groß geschnitten. Und das deutsche Frühstück, das war eher ungewohnt. Aber auch hier waren die Teller letztendlich leer, alle satt.“
Zwölf Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren waren am Freitagabend mit ihren Trainern Manabu Imura und Shigenari Momose auf Vermittlung der in Bonn ansässigen Gesellschaft für internationale Begegnungen „OIK“ nach über 20stündiger Reise über Korea und Frankfurt in Erkelenz gelandet. Sie hatten die Reise mit einem Empfehlungsschreiben des auch in Deutschland noch bekannten Ex-Profifußballers Yasuhiko Okudera (1. FC Köln, Hertha BSC Berlin, Werder Bremen; 259 Spiele, 34 Tore) angetreten, der Leiter des nach ihm benannten Fußballgymnasiums in Kanagawa ist.
Die Jugendabteilung des SC 09 Erkelenz – mit dem Projektverantwortlichen Dieter Peters (2. Jugendleiter) an der Spitze – hatte sich mächtig ins Zeug gelegt, um den Kickern aus dem Land der aufgehenden Sonne vielleicht unvergessliche Tage zu bieten.
Dabei stand der Fußball natürlich im Mittelpunkt: Zunächst ein gemeinsames Training, dann ein Freundschaftsspiel zwischen der von Otmar Bongartz betreuten Erkelenzer A-1-Jugend und Okudera Sport FC: 2:2 stand es am Samstag bei sonnigem Fußballwetter, nachdem Philipp Elgadi und Markus Kaminski die 2:0-Führung der sympatischen Japaner noch ausgleichen konnten. Der Besuch des Spiels der 2. Bundesliga zwischen dem 1. FC Köln und FC Augsburg (3:0) gestern war der dritte Höhepunkt.
Und der zweite? Ein Empfang im Alten Rathaus von Erkelenz durch Bürgermeisterstellvertreter Theo Clemens, der zu den Klängen weihnachtlicher Musik, die vom Nikolausmarkt herauftönte, herzlich begrüßte, Erkelenz ein wenig vorstellte – und sich bei den Gastgebern vom SC 09 Erkelenz bedankte. Konrad Bohnen, Jugendobmann des Fußballkreises Heinsberg, überreichte eine Erinnerungsplakette. Der Fußballkreis war auch bei der Beschaffung von kostenlosen Besucherkarten für das Bundesligaspiel in Köln behilflich. Dieter Peters („Wir sind stolz darauf, Besuch aus Japan zu haben“) stellte auch die Bonner „OIK“ heraus, die schon australische Fußballer nach Erkelenz gelotst hatte. – Heute heißt es schon wieder Abschied nehmen, reisen die Japaner ins Saarland zum DSC Dudweiler, und am Mittwoch gehts wieder heim.
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