Projekt 8010 stand auf der Kippe
VON MARIO EMONDS - zuletzt aktualisiert: 07.08.2010Der Traum vom Kunstrasen drohte in Uevekoven im Mai zu platzen. Da erfuhren die Sportfreunde, dass eine staatliche Doppelförderung nicht möglich ist. Ein fest eingeplanter günstiger Kredit platzte. Private Bürgen retteten das Projekt.
Irgendwann im Mai schlug bei den Sportfreunden Uevekoven der Blitz ein. Nicht ins Sportlerheim, sondern im übertragenen Sinn. Denn da erfuhr das Team vom "Projekt 8010", das seit dem Startschuss in der Jahresversammlung am 6. März 2009 federführend das Kunstrasen-Projekt vorantreibt, eine wahre Hiobsbotschaft: Die fest einkalkulierte Fremdfinanzierung in Höhe von 150 000 Euro bei der KfW/NRW-Bank mit günstigen Konditionen (Laufzeit 20 Jahre, Zinsbindung von 3,4 Prozent über zehn Jahre) platzte. Grund: Eine staatliche Doppelförderung ist nicht erlaubt – aus dem Konjunkturpaket II erhalten die Sportfreunde bereits 100 000 Euro. "Das war schon ein echter Schock für uns. Zumal uns das bei allen vorherigen Gesprächen niemand mitgeteilt hatte", bekennt Thomas Hendrix, Uevekovens 2. Vorsitzender und Mitglied im Projektteam.
101 000 Euro
Spendenstand Knapp 300 Spender haben bislang exakt 3819 Quadratmeter des geplanten Kunstrasens symbolisch erworben. "Inklusive einer fest zugesagten Materialspende von 10 000 Euro liegen wir damit nun bei 101 000 Euro", erläutert Thomas Hendrix.
Spendenkonten Stichwort Kunstrasen, Kreissparkasse Heinsberg, BLZ: 31251220, Konto-Nr.: 1401639156 oder Volksbank Erkelenz-Hückelhoven-Wegberg, BLZ: 31261282, Konto-Nr.: 7112333015.
Nach der Schockstarre
Essig war's so mit dem günstigen Kredit, den die KfW-Bank beim Sportstättenbau bis zu einer Höhe von 200 000 Euro eben auch Vereinen einräumt, ohne dass dafür persönliche Bürgschaften übernommen werden müssen. Nach einer gewissen Schockstarre berappelte sich das Projektteam aber. Hendrix: "Da haben wir uns zusammengesetzt und überlegt, wie wir das Projekt retten können." Sowohl die eigenen Mitglieder als auch die Öffentlichkeit habe das Team bewusst nicht über den geplatzten Kredit informiert: "Wir wollten keine Unruhe aufkommen lassen. Dann wäre das Projekt vielleicht endgültig gescheitert", begründet Hendrix.
Im kleinen Zirkel fand das Team nach intensiven Gesprächen tatsächlich auch eine Lösung: Mehrere Privatpersonen erklärten sich bereit, Bürgschaften in einer Gesamthöhe von 100 000 Euro zu übernehmen – für zehn Jahre. So haben die Sportfreunde über diese Summe nun einen "normalen" Kredit bei der Kreissparkasse aufgenommen – zu einem Zinssatz von 4,5 Prozent. Hendrix: "Ein Jahr ist tilgungsfrei, und Sondertilgungen sind jederzeit möglich."
Gegenüber der ursprünglichen Kalkulation ergibt sich aber noch eine Finanzierungslücke von 50 000 Euro. Daher haben die Uevekovener beschlossen, den Kunstrasen kleiner als geplant zu bauen: Statt 6912 Quadratmeter sind es nun nur noch 6222 – 102 Meter in der Länge, 61 Meter in der Breite. Das Spielfeld selbst hat dabei die Maße 96 mal 58 Meter – macht 5568 Quadratmeter. Mehr als die Hälfte der 50 000 Euro können so eingespart werden. "Die verbleibende Finanzierungslücke ist überschaubar", bekräftigt Hendrix. Die Baugenehmigung der Stadt Wegberg und die Zustimmung der Unteren Wasserbehörde (der Platz liegt im Wasserschutzgebiet) liegen vor. Der Verein hat nun ein Planungsbüro mit der vorgeschriebenen Teilausschreibung beauftragt, die bis Ende nächster Woche fertig sein soll.
"Am 16. August geht diese raus, am 30. August haben wir den Submissionstermin im Rathaus. Dann soll es zum Vertragsabschluss mit den beiden Firmen kommen, die für die Tiefbauarbeiten und den Kunstrasen verantwortlich zeichnen", erläutert Hendrix den Zeitplan. Für Oktober sei die Fertigstellung des Platzes geplant. "Ab dann werden wir auch halbjährlich die in der Jahresversammlung einstimmig beschlossene Mitgliederumlage erheben." Beim nötigen Flutlicht (der Platz hat bislang noch keins) werde die Stadt die Materialkosten in Höhe von 20 000 Euro übernehmen. "Wir selbst werden es dann installieren", kündigt Hendrix an.
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