Verzerrtes Bild
VON HANS-RUDOLF RITZEN - zuletzt aktualisiert: 03.01.2009Reichlich schief ist zur Winterpause die Tabelle: Manche haben schon 18 Spiele ausgetragen, manche erst 14. Oberbruch steht zwar auf Platz eins, aber relativ gesehen ist Kückhoven vorn: Bei drei mehr auszutragenden Spielen hat der TuS nur zwei Zähler Rückstand. Auch Schwanenberg vorne dabei.
Der BC 09 Oberbruch überwintert in der A-Liga überraschend als Tabellenführer. Er profitierte dabei am letzten Spieltag des Jahres (5:2 bei der Reserve des SC 09 Erkelenz) von den Spielausfällen der Mitkonkurrenten. Nie hatte der OBC in den 18 Spielrunden zuvor die Spitze inne.
Eine Überraschung war vorher bereits Rhenania Immendorf mit der verspäteten Herbstmeisterschaft geglückt. Auch ihr kam zugute, dass sie ihr mit 3:2 gewonnenes Nachholspiel beim SV Golkrath austragen konnte, während die Partien der Mitstreiter den schlechten Platzverhältnissen zum Opfer fielen. Besonders betroffen war davon Germania Kückhoven, mussten die Germanen doch nach dem 16. November Woche für Woche tatenlos zusehen, wie die Konkurrenz Boden gut machte, und Oberbruch und Immendorf vorbeizogen.
Nur Siebter
Nur Siebter ist Rhenania Immendorf zur Winterpause im Ranking der Tabellenzweiten aller A-Ligen im Mittelrhein-Verband. Die Rangliste: 1. SV Bergfried Leverkusen: 16 Spiele, 38 Punkte, Punktequotient 2,38; 2. SV Kohlscheid 2,37; 3. FC Hennef 05 II 2,25; 4. Teutonia Niedermerz 2,20; 5. Marokkanischer SV Bonn 2,13; 6. Union Rösrath 2,06; 7. Rhenania Immendorf 2,00; 8. SC Lövenich/Widdersdorf 1,94; 9. SV Sötenich 1,93.
Die Tabelle hat ein schiefes Bild. Die Brööker haben bei drei mehr ausgetragenen Partien nur zwei Zähler mehr auf ihrem Konto als die Germania. Neben der haben noch der SV Höngen/Saeffelen und der SV Waldfeucht/Bocket erst 14 Spiele absolviert, deren 18 dagegen die SG Würm/Lindern, TuS Jahn Hilfarth und der VfJ Ratheim. 26 Begegnungen, davon elf aus der Hinrunde, sind noch offen.
Breberen erster Spitzenreiter
Erster Spitzenreiter war der SV Breberen nach dem 3:0 über den SV Golkrath. Für zwei Spieltage übernahm dann die SG Würm/Lindern die Tabellenführung, ehe sie am vierten für drei Wochen von Rhenania Immendorf abgelöst wurde. Dann stand Germania Kückhoven zunächst für zwei Spielrunden vorne. Nach zwei Schwanenberger Wochen nahm die Lambertz-Elf dann für weitere sechs Spieltage die Spitzenstellung ein.
Erst im zehnten Spiel beim 0:1 beim SV Waldfeucht/Bocket machte der TuS erstmals mit einer Niederlage Bekanntschaft. Dabei war ihm der Saisonauftakt gegen den FC Randerath/Porselen nur halbwegs (3:3) geglückt. Der Ausgleich zum 3:3 fiel erst in letzter Minute.
Weitere Spiele drehte die Germania ebenfalls in der Schlussphase, so machten Roland Eßer und Kai Dirks in Schwanenberg aus einem 2:3-Rückstand in den letzten fünf Minuten noch ein 4:3. Gar ein 2:4 wurde gegen Neuling VfL Übach-Boscheln wettgemacht (5:4). Auch gegen Breberen war die Schlussminute spielentscheidend (2:1).
Vielversprechend (3:2 in Schwanenberg) war Oberbruch in die Saison gestartet. Glücklich war der anschließende Heimsieg gegen Neuling SC 09 Erkelenz II. Die folgenden fünf Auswärtspartien gingen dann aber allesamt verloren. Nach der vierten hatte Trainer Dirk Ruhrig die Nase voll, schmiss die Brocken hin. Für ihn übernahm Friedhelm Frenken wieder das Kommando. Mit ihm kehrte der Erfolg zurück. Zu Hause waren die Brööker schon vorher eine Macht (bis auf das 1:1 gegen Kückhoven nur Siege). Besonders der 9:0-Erfolg gegen Golkrath beim Amtsantritt des neuen und doch alten Trainers beeindruckte.
Nach Kuckum (1:2) klappte es dann auch auswärts (drei Siege). Aus acht Spielen wurden unter Frenkens Regie 21 Punkte eingeheimst. Gelingt den Schwarz-Gelben nach der Wintermeisterschaft nun im Jahr des 100-jährigen Bestehens auch die Rückkehr in die Bezirksliga?
Weit hinterher
Beim SV Schwanenberg sieht Trainer Frank Strothkämper die Punkteausbeute (31) als sensationell an, ist doch die Trainingsbeteiligung laut eigener Aussage katastrophal, die Einstellung schlecht, und die Spielleistungen hinken weit hinterher. In den Spitzenspielen gegen Oberbruch, Immendorf (2:3) und Kückhoven blieb die Elf immer nur zweiter Sieger. „Für ganz oben wird es nicht reichen“, mutmaßt der Coach. Spitze ist dagegen wieder einmal Stürmer Danny Kloppmann mit schon 23 Saisontoren.
Mit gleich sieben Unentschieden darf sich der SV Kuckum „Remiskönig“ der Liga nennen. Die Schützlinge von Spielertrainer Fatih Süngü sind defensivstark (nur 15 Gegentore), offensiv (nur 23 Treffer) zählen sie aber mit zu den drei schwächsten Teams. „Wir lassen einfach zu viele Chancen aus“, meint der SV-Vorsitzende Hardy Beckers. Nur in zwei Spielen zog die Elf den Kürzeren (0:1 in Golkrath, 0:3 bei Würm/Lindern).
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