Wassergraben kein Hindernis
VON HARALD KOKEN - zuletzt aktualisiert: 04.05.2007Beim Lüthe-Memorial in Hückelhoven ging es bei den Hindernisläufen nicht nur um Kreismeistertitel. Etliche Auswärtige kamen, um sich für überregionale Meisterschaften zu qualifizieren. Der Bundestrainer war auch da.
Starke „zweite Reihe“
Altersklassen-Siege über 1000 Meter feierten Christoph Gnirck (Hilden; 2:43,7), Hans Gaus (Geilenkirchen; 2:49,2), Norbert Borgmann (ETV; 2:50,7), Dennis Schmitz (Hückelhoven; 3:05,3) und Alexander Wilms (ETV; 3:33,9). Über 800 Meter gefielen auch Christina Joachims (Myhl; 2:53,9), Tabea Franz (3:00,8) und Lea-Elisa Kampf (beide ETV; 3:07,9). Passabel Julia Hayen (Myhl; 10,8) über 75 Meter.
Am Ende des vierstündigen Bernhard-Lüthe-Memorials hatten die Ausrichter vom LAV Hückelhoven allen Grund, mit der Abendsonne um die Wette zu strahlen: 159 Teilnehmer – neuer Rekord, etliche Top-Leistungen – die Veranstaltung im Glückauf-Stadion wird sich also in überregionalen Annalen wiederfinden.
Eine, die vorne weg eilte, war Henrika Langen vom LC Phönix Geilenkirchen. Die 17-Jährige qualifizierte sich vier Tage nach ihrem Sieg bei der Westdeutschen Meisterschaft nun über 1500 Meter Hindernis mit neuem Kreisrekord von 5:21,7 Minuten für die Deutsche B-Jugendmeisterschaft. Eindrucksvoll die Vorstellung von Senioren-Europameisterin Annette Weiss (Siegburg; 7:00,4), die über 2000 Meter Hindernis ihren eigenen Landesrekord nur um neun Sekunden verfehlte.
Jugendsieger Thomas Tönnis
Klasse auch die 6:40,8 Minuten von Jugendsieger Thomas Tönnis (LAZ Mönchengladbach). Kreismeister wurden hier Daniel Herchenbach (SV Schlafhorst; 6:48,9) und Kai Beemelmanns (LC Phönix Geilenkirchen; 6:50,3). Über 3000 Meter Hindernis dominierte Hermann-Josef Stefes (Mönchengladbacher LG; 10:34,5). Wolfgang Paulus (SC Myhl LA; 14:09,6) und Jürgen Meuser (TuS Jahn Hilfarth; 15:04,04) wurde in ihren Klassen Kreismeister.
Atttraktiv die 1000-Meter-Vorstellung von Christian Hengmith (Essen; 2:35,2). Der 19-Jährige nahm neulich an der Crosslauf-Weltmeisterschaft in Kenia teil und scheint den Schock seines Lebens überwunden zu haben. Der ereilte ihn im August 2005 beim Europäischen Olympischen Jugendfestival in Lignano/Italien, als er sich im 1500-Meter-Vorlauf ein Bein brach.
Andreas Müller (TV 1860 Erkelenz; 2:49,8) war bester Senior und holte damit zum wiederholten Mal den Bernhard-Lüthe-Gedächtnispokal. Außerdem sprachen die Veranstalter dem Baaler den Treuepreis der traditionellen Frühjahrslaufserie zu.
Werner Grommisch, in den 80ern mehrfach Deutscher Meister im Crosslauf und aktuell beim Deutschen Leichtathletikverband Bundestrainer für den Langstrecken-Nachwuchs, zeigte sich über die schmucke Wettkampfstätte im Schatten der zum Stillstand gekommenen Fördertürme begeistert. Um dann aber zu fragen, ob es dort immer so windig sei. Damit hatte er unwillkürlich ein infolge fehlender Tribünen und Aufschüttungen nicht weg zu diskutierendes Manko angesprochen.
Dieses mussten insbesondere die 100-Meter-Läuferinnen ausbaden. Die Top-Zeiten von Anne Schmittlein (12,3), Natkritta Hüppe (12,7) und Manisha Berkigt (12,8) werden nämlich nicht anerkannt, weil zu starker Rückenwind herrschte. Ähnlich erging es den noch flotteren Timo Krampen (alle SC Myhl LA; 11,9) und Simon Keuter (LAV Hückelhoven; 12,1) sowie der 75-Meter-Tagesbesten Julia Schlimgen (10,7). Achtbar die 800-Meter-Soli von Elisabeth Brenner (beide Myhl; 2:40,4) und Alina Kuss (LAV Hückelhoven; 2:51,1).
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