Korschenbroich: Abgesichert gegen tragische Panne
zuletzt aktualisiert: 09.01.2008Korschenbroich (RPO). Interview Wie die Feuerwehr-Alarmierung bei namensgleichen Straßen im Kreisgebiet funktioniert
Korschenbroich/Jüchen In Vorst im Kreis Viersen ist eine Frau (65) bei einem Wohnungsbrand ums Leben gekommen. Die Feuerwehr war mit neunminütiger Verspätung eingetroffen, weil sie von der Leitstelle erst zu einer falschen Adresse geschickt worden war – zur namensgleichen Straße in der Stadt Viersen. Der Fehler beruht unter anderem auf einer Datenpanne: Geht bei der Feuerwehr-Leitstelle im Kreis Viersen ein Anruf von einem Handy ein, erscheint auf dem Bildschirm des Disponenten grundsätzlich „Viersen“ als Standort des Anrufers – egal in welcher Gemeinde des Kreises dieser sich befindet. Deshalb war der Disponent fest davon überzeugt, das Feuer sei in Viersen und nicht in Vorst ausgebrochen.
Ein tragischer Fall, der auch im Rhein-Kreis Neuss passieren könnte? Schließlich kommen in den acht Kreisgemeinden reichlich namensgleiche Straßen vor. Wir sprachen darüber mit Hans-Joachim Klein, Leiter des Amtes für Sicherheit und Ordnung beim Rhein-Kreis Neuss.
Kann eine so verhängnisvolle Verwechslung wie im Kreis Viersen auch im Rhein-Kreis Neuss vorkommen?
Klein Nein. Bei uns muss der Disponent in der Leitstelle die exakte Adresse bestätigen, sonst arbeitet das Computersystem nicht weiter.
Wie funktioniert das System genau?
Klein Wenn über das Festnetz eine telefonische Alarmierung eingeht, erscheinen auf dem Bildschirm des Disponenten der Name und die Adresse des Anschlussnehmers, Wohnort und Straße. Der Disponent erfragt dann den Einsatzort und gibt die Adresse ein. Falls die Straße im Kreisgebiet mehrfach vorkommt, werden alle Möglichkeiten aufgeführt, und der Disponent muss nach Rücksprache mit dem Anrufer die korrekte Straße bestätigen. Das System braucht für jede Eingabe eine Bestätigung, sonst fährt es nicht fort.
Wie sieht es bei Handy-Anrufen aus? Da lag ja auch ein gravierender Fehler im Viersener Fall.
Klein Bei Alarmierungen über das Handy erscheint auf dem Bildschirm des Disponenten nur die Rufnummer. Die Adresse des Einsatzortes muss er beim Anrufer erfragen, eingeben und auch wieder alles bestätigen. Den Standort eines Handys können wir zwar orten, aber nur mit der Einwilligung des Eigentümers.
Ist eine Straßenverwechslung trotz aller Vorsichtsmaßnahmen schon einmal vorgekommen im Rhein-Kreis Neuss?
Klein Gott sei dank nicht. Es ist schlimm, wenn so etwas passiert.
Ulrich M. Schwenk stellte die Fragen
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