Korschenbroich: Ballzauber der alten Borussen
VON SASCHA KÖPPEN - zuletzt aktualisiert: 28.07.2008Korschenbroich (RPO). Zum 100-jährigen Bestehen des VfL Viktoria Jüchen/Garzweiler war die Weisweiler-Traditionself von Borussia Mönchengladbach an der Stadionstraße zu Gast. Das 15:3 für die Gäste war in einem schönen Spiel reine Nebensache.
Die Sonne kannte kein Erbarmen mit den Fußballern auf dem Platz an der Stadion-straße in Jüchen. Zum 100-jährigen Bestehen des VfL Viktoria hatte der Verein die Weisweiler-Elf von Borussia Mönchengladbach eingeladen, die gegen eine All-Star-Elf des Gastgebers antrat. So gab es nicht nur ein Wiedersehen mit den lokalen Fußballgrößen der Vergangenheit, sondern auch mit Ex-Profis wie Bachirou Salou, Peter Wynhoff, Martin Schneider, Stephan Paßlack und André Winkhold.
Der als Spieler erfolgreichste Ex-Borusse nahm allerdings auf der Trainerbank Platz. Denn die Traditions-Elf wurde von Herbert Laumen trainiert, der das Privileg hatte, mit Borussia in den 70er Jahren Deutscher Meister zu werden. „Für uns ist es besonders wichtig, viele Spiele in der Region zu haben“, sagte Laumen noch vor dem Anpfiff zu den zweimal 40 Minuten.
Ein wenig mehr erhofft
400 Zuschauer sahen auf der Anlage in Jüchen das Spiel der Weisweiler-Elf
Mehr Insgeheim hatten die Verantwortlichen darauf gehofft, ein paar Zuschauer mehr aus Mönchengladbach anlocken zu können
Autogramme Die Ex-Stars ließen sich nicht zweimal bitten und gaben fleißig Autogramme
Die Fußballfans in Jüchen konnten dann feststellen, dass vieles sich über die Jahre nicht verändert hat. So ließ Bachirou Salou noch immer lautstark alle wissen, wenn er sich gefoult fühlte, wie auch Jörg Neun jede Chance suchte, das Tor aus der Distanz ins Visier zu nehmen. Mann des Tages war aber Peter Wynhoff, der nichts verlernt hat und gleich siebenmal ins Tor der Jüchener traf.
„Nach vorne geht es noch ganz gut, nach hinten dann nicht mehr so. Aber die Hitze macht uns inzwischen natürlich zu schaffen.“ 15:3 lautete das Ergebnis am Ende für die Borussen, die den Fans auch viel Fußball-Kunst boten. „Es geht ja darum, dass wir Spaß haben, und uns nicht vor die Knochen treten“, fügte Wynhoff hinzu. Und Spaß hatten alle auf dem Feld. Als Jüchens Vorsitzender Christoph Sommer ein Tor nicht gesehen hatte und den Torschützen über Lautsprecher bat, die Arme zu heben, zeigten gleich fünf Spieler auf.
Auch die unterlegenen Jüchener werden diesen Tag so schnell nicht vergessen. Mit Guido Roelen, Holger Beulen und Andrä Schild standen gleich drei Ex-Trainer der Ersten Mannschaft in ihren Reihen. Roelen und Schild trugen sich sogar in die Torschützenliste ein. Auf der Gegenseite kam bei der Weisweiler-Elf Jüchens aktueller Trainer Georg Krahwinkel eine halbe Stunde vor dem Ende ins Spiel. Dies war gleichzeitig sein letztes Spiel für Borussias Traditionself. Und das hätte wohl kaum an einem schöneren Ort als an seiner aktuellen Wirkungsstätte stattfinden können. Den dritten Jüchener Treffer erzielte mit Andreas Sommer ein aktueller VfL-Spieler.
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