Korschenbroich/Jüchen: Beliebte Drehorte vor der Haustür
VON TOBIAS DUPKE - zuletzt aktualisiert: 06.12.2006Korschenbroich/Jüchen (RPO). Jüchen und Korschenbroich sind in der neuesten Auflage der Infobroschüre der Filmstiftung NRW aufgeführt. Und zwar als so genannte Location, auf deutsch Drehort und Kulisse zugleich. Und als solche hat sich die Region schon früher einen Namen gemacht.
Beispiel Schloss Dyck. Erst vor ein paar Monaten wurde der Film „Lasko – im Auftrag des Vatikan“ bei RTL gezeigt. Einige Szenen dafür wurden in Schloss Dyck gedreht. Hier trat der Papst ans Fenster und schaute eigentlich nur auf eine blaue Wand. Im Film aber wurde statt des Blaus per Computer der Petersplatz eingeblendet – die Illusion war perfekt.
Ein Drittel bleibt in der Region
Schloss Dyck, die Zweite. Auf dem Ersten läuft wochentags die Vorabendserie „Verbotene Liebe“. Die Familie von Lahnstein lebt darin im Schloss Königsbrunn. Die Szenen wurden bis zur Sanierung von Schloss Dyck in Jüchen gedreht. „Mittlerweile aber nicht mehr“, erklärt Heike Reiß. Die Mitarbeiterin der Wirtschaftsförderung des Rhein-Kreises Neuss ist Ansprechpartnerin für die Produktionsfirmen. „Wir verstehen uns als Vermittler.“
Der Kreis bekommt für seine Dienste keine Bezahlung, zumindest nicht direkt. „Nach einer Berechnung der Filmstiftung NRW bleibt aber ein Drittel der Produktionskosten am Standort“, erklärt Reiß. Sie meint damit die Verpflegung der Schauspieler oder die Unterbringung der Film-Mannschaft.
Warum aber kommen die Macher nach Korschenbroich und Jüchen? „Wir haben eine vielfältige Mischung“, erläutert Reiß. Von den alten Fachwerkhäusern beispielsweise in Liedberg, die gerne auch mal als Kulisse für Sendungen wie „Klingendes NRW“ vom WDR dienen, über Wasserschlösser bis hin zu modernen Bauten – das Spektrum ist groß, die Kulissen auf engstem Raum verfügbar. So seien auch schon im Tagebaugebiet einige Filmsequenzen gedreht worden. Vor kurzem wurde in Alt-Holz der Kurzfilm „Room for two“ abgedreht, erklärt Reiß.
2005 wurde der Tatort „Schürfwunden“ ausgestrahlt. Darin ermitteln die Kommissare Max Ballauf und Freddy Schenk in einem Umsiedlungsdorf mit dem Namen Neu-Schaffrath. Gedreht wurde der Film bekanntlich in Neu-Otzenrath.
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