Korschenbroich: CDU braucht weiterhin Partner im Rat
VON HOLGER HINTZEN - zuletzt aktualisiert: 31.08.2009 - 01:34Korschenbroich (RPO). Der erste Beifall des Abends brandete auf, als Heinz-Josef Dick das Korschenbroicher Wahlzentrum in der Alten Schule betrat. Die Uhr zeigte 19.38 Uhr, das aktuelle Zwischenergebnis der Bürgermeisterwahl 54,24 Prozent für Dick.
„Bürgermeister!” begrüßte CDU-Ratsherr Hans Willi Türks. Doch Dick wiegelte ab: „Noch nicht.” Die Vorsicht war nicht unbegründet. Denn am Ende rutschte Dick dann doch noch unter die 50-Prozent-Marke. Gleichwohl: Der Amtsinhaber setzte sich gegen seinen SPD-Konkurrenten Albert Richter mit 47,7 Prozent durch und steigerte sein Ergebnis von 2004 (46 Prozent im ersten Wahlgang) noch leicht.
Derweil Dick sich „sehr zufrieden zeigte”, fand Richter seine nur leichten Verluste gegenüber dem Ergebnis seines ersten Anlaufs 2004 (21,5 Prozent) „realistisch”. Schwerer dürften die Sozialdemokraten daran zu knapsen haben, dass sie mit 16,6 Prozent nur knapp vor der Wählergemeinschaft Aktive (15,4) noch zweitstärkste Partei bei der Wahl zum Rat geworden sind. Wer von beiden auf dem zweiten Platz landen würde, war bis ganz zum Schluss offen. Ein Kleinenbroicher Wahlkreis hing bei der Auszählung hinterher und lieferte die Entscheidung zugunsten der SPD.
Die CDU hat alle Wahlbezirke direkt erobert einzige Ausnahme: Der Wahlkreis von Jutta Goebel, in dem sich die Bürgermeisterkandidatin der Aktiven knapp durchsetzte. Gegenüber der vorigen Wahl haben die Christdemokraten leicht zugelegt, aber ihr insgeheimes Wunschziel „absolute Mehrheit” verfehlt. Für Fraktionschef Ansgar Heveling sind die 44,2 Prozent gleichwohl ein „solides” Ergebnis. Freilich ist es aber auch eines, das die CDU zur Suche nach einer Zusammenarbeit mit Anderen im Rat zwingt. „Die Linke ist für uns kein Ansprechpartner.
Angesichts der in vielen Punkten konträren Ansichten ist wohl auch kaum die Aktive ein geeigneter Gesprächspartner”, so Heveling. Da die Aktive, so ihr Ratsherr Christian Külbs, grundsätzliche „keine Koalitionsvereinbarungen mit keinem” treffen und nur in Sachfragen mit anderen zusammenarbeiten will, fällt dieser potenzielle Partner wohl aus. Die Grünen sind zwar gesprächsbereit, aber eher abgeneigt. Aufgrund der Erfahrungen der gescheiterten Kooperation nach der vorigen Wahl „sind wir da eher gebranntes Kind”, so Fraktionschef Wolfgang Houben. Die SPD, so Albert Richter, will zwar „keinen nicht anhören, der mit uns reden will”. Aber sie möchte das Ergebnis der Wahl erst mal „sacken lassen”. Erst am 9. September soll es im Stadtverband analysiert werden.
Die FDP, die nach dem Erfolg bei der Europawahl auch bei der Ratswahl kräftig zugelegt hat, gab sich gestern gelassen in der Frage nach Kooperationen. „Wir müssen Gespräche führen und prüfen. Wir haben, insbesondere beim Thema Grundwasser, ja auch verschiedene Standpunkte. Mal sehen, wie bereit die CDU ist, auf uns zuzugehen.”
Die Linke, die in Korschenbroich erstmals bei einer Ratswahl antrat, hat die imaginäre Fünf-Prozent-Hürde zwar mit 3,1 Prozent verfehlt. Aber das sind nach Ansicht von Albert Richter genau die Prozente, die den Sozialdemokraten abhanden gekommen sind. 2004 hatten sie noch 19,4 Prozent erzielt.
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