Korschenbroich: Countdown für Lodshof läuft
VON SABINE WOTZLAW - zuletzt aktualisiert: 23.02.2010Korschenbroich (RPO). Zwei neue Brunnen hat die Niederrheinwasser GmbH im Wasserwerk Lodshof in den Boden bohren lassen – die Pipeline ins Wasserwerk Hoppbruch ist verlegt. Jetzt müssen noch die neuen Rohre gereinigt werden. In zwei Wochen soll die Anlage den Betrieb aufnehmen.
Das Projekt Lodshof steht kurz vor dem Abschluss: Die Pipeline ins Wasserwerk Hoppbruch ist verlegt, zwei neue Brunnen sind gebohrt, jetzt wird die neu installierte Anlage gereinigt. "Wenn alles nach Plan läuft, geht das Wasserwerk Lodshof in zwei Wochen in Betrieb", sagt Detlef Schumacher, Prokurist der NVV-Tochtergesellschaft Niederrheinwasser GmbH.
Die neu installierten Anlagen müssten nur noch entkeimt werden. Gereinigt werden die Rohre mit einem sogenannten Molch: "Das ist eine Art Stopfen, der mit Wasserdruck durch die Röhren gepresst wird ", erläutert der Baubeauftragte Norbert Eßer. Dabei werde die Leitung mit Wasserstoffperoxid durchgespült. "Der Molch besteht aus Schaumgummi und kann sich den Gegebenheiten im Rohr anpassen", so Eßer.
Brunnenanlage
Was Seit 2001 sind die Brunnen in den Anlagen in Waldhütte und Lodshof stillgelegt. Mitte April 2009 ließ die Niederrheinwasser GmbH zwei je 30 Meter tiefe Brunnen in Lodshof bohren, um die Grundwasserförderung wieder aufzunehmen.
Ziel ist es, die Grundwassersituation in Korschenbroich zu verbessern.
Maximal 20 Keime
Nach acht Stunden sei der Reinigungsvorgang beendet, Ablagerungen wie Schlamm, Humus oder andere Beläge, die Störungen verursachten, seien beseitigt. Dann müssen Proben entnommen werden. "Nach zwei Tagen ist klar, ob die Anlage keimfrei ist oder erneut durchgespült werden muss", sagt Eßer. Sobald das Labor das Urteil keimfrei fälle, gehe die Anlage in Betrieb. Ein Milliliter Wasser dürfe laut Vorgabe nicht mehr als 20 Keime enthalten. "Das kann im günstigsten Fall in zwei Wochen, im ungünstigsten Fall in vier Wochen erreicht sein", erzählt Detlef Schumacher.
Er sei aber zuversichtlich, dass das Wasserwerk Lodshof in zwei Wochen in Betrieb gehe. Zwei neue Brunnen hat die Niederrheinwasser GmbH im Wasserwerk Lodshof bei Raderbroich 30 Meter tief in den Boden bohren lassen: eine etwa 5,7 Kilometer lange Pipeline aus Rohren mit etwa 50 Zentimetern Durchmesser ist quer durchs Korschenbroicher Erdreich bis zum Wasserwerk im Hoppbruch verlegt worden. Kosten: 4,7 Millionen Euro.
Sobald die Rohre gereinigt worden sind, soll das Wasser zur Aufbereitung durch die Pipeline ins Wasserwerk Hoppbruch geschickt werden. Bevor das Wasser durch die 5,7 Kilometer lange Pipeline zum Hoppbruch fließt, wird ihm in Lodshof das Eisen entzogen. Im Wasserwerk Hoppbruch wird das Wasser dann entkalkt. Anschließend wird das kühle Nass als Trinkwasser in die Korschenbroicher Haushalte geschickt.
Grundwasserpegel soll sinken
Durch die Anlage sollen in Lodshof 230 Kubikmeter Wasser pro Stunde und zwei Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr aus dem Erdreich abgepumpt werden. Dadurch soll der Grundwasserpegel im Raum Raderbroich und Herrenshoff um einige Zentimeter gesenkt werden. Geplant war, dass die Anlage bereits im Januar in Betrieb geht. Schumacher: "Das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir sind mit der Anlage nicht mehr ganz im Dezember fertig geworden." Der Molch-Schacht habe noch eingesetzt werden müssen.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.


