Korschenbroich: Der neue Ordnungshüter
VON ULRICH M. SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 10.04.2008Korschenbroich (RPO). Der Ordnungsdienst ist neben Videokameras ein Mittel, um in Korschenbroich die Jugendrandale einzudämmen. Karl-Heinz Leuchtges wurde für diese Aufgabe geschult. Er soll sich auf keinen Fall in Gefahr begeben.
Kräftiger Händedruck, fester Blick, angenehmes Lachen: Diese Merkmale beschreiben Karl-Heinz Leuchtges (49). Er ist für das Ordnungsamt der Stadt im Außendienst unterwegs, um insbesondere der Jugendrandale Herr zu werden. Dieses Problem bot den Anlass, um seine Stelle zu schaffen. Gestern stellte Dezernent Rudolf Graaff die neue Autorität in der Stadt der Rheinischen Post vor. Zuvor hatte Leuchtges seine erste Dienstbesprechung mit dem Arbeitskreis aus Stadt, Kreisjugendamt und Polizei, der Konzepte für auffällige Jugendliche entwickelt.
Recht und Ordnung gehen Schulter an Schulter durch Korschenbroich, und sie tragen Blau und Grün. In der blauen Uniform steckt Karl-Heinz Leuchtges. An weißen Schriftzügen und dem Stadtwappen auf der Hemdbrust ist er als Mitarbeiter des Ordnungsamtes erkennbar. Die grüne Uniform gehört den Bezirksbeamten der Polizei.
Dienstbereich
Aufpassen Leuchtges kümmert sich im Außendienst um alle Themengebiete des Ordnungsamtes: z.B. Leinenpflicht für Hunde, Adressen ermitteln, Fundfahrräder, Präsenz auf Festen, alle Störungen bis hin zu randalierenden Jugendlichen.
Ahnden Leuchtges spricht Platzverweise und Verwarnungen aus, kündigt Bußgelder an und meldet Verstöße dem Ordnungsamt.
Besonnen und selbstsicher
In den ersten Wochen begleiten sie Leuchtges auf seinen Gängen durch die Stadt. Dies soll seiner Eingewöhnung dienen und ihm Sicherheit geben. Laut Dezernent Graaff werden Ordnungsdienst und Polizei auch später hin und wieder zu Doppelstreifen zusammengespannt. Bezirksbeamter Raynald Hommers sagt nach den ersten gemeinsamen Tagen: „Herr Leuchtges ist ein besonnener, ruhiger und selbstsicherer Mann.“
Karl-Heinz Leuchtges hat seine berufliche Laufbahn vor 28 Jahren bei der Stadt begonnen und steht seither in ihren Diensten. Der Ordnungsdienst bedeutet eine völlig neue Aufgabe für ihn. Er hat ein Seminar über rechtliche Grundlagen und elementare Aspekte einer Verwaltung besucht. Das Studieninstitut Krefeld schulte ihn speziell für den kommunalen Ordnungsdienst. Auf Tour mit Mönchengladbacher Ordnungskräften sammelte er erste praktische Erfahrung.
„Herr Leuchtges ist für die Aufgabe sehr gut geeignet“, sagt Dezernent Rudolf Graaff. „Er wird mit Augenmaß auf die Bevölkerung zugehen und ein stärkeres Sicherheitsgefühl vermitteln.“ Ende April bekommt Leuchtges einen Dienstwagen. Ausgerüstet ist er mit einem Handy und einer Fotokamera. „Er soll sich nicht in eine bedrohliche Situation begeben“, betont Graaff.
Sein Aktionsradius umfasst das Erkennen kritischer Lagen, die Ansprache und im Extremfall die Benachrichtigung der Polizei. Leuchtges wird zu unregelmäßigen Zeiten, auch abends, im Stadtbild auftauchen. Er setzt alle Regeln um, über die das Ordnungsamt wacht. Und er arbeitet auch eng verzahnt mit dem Kreisjugendamt. Dessen Vize-Leiter Peter Annacker urteilt: „Herr Leuchtges macht einen sehr sympathischen Eindruck auf mich.“
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