Korschenbroich: Dichte Rohre – sonst Bußgeld
VON HOLGER HINTZEN - zuletzt aktualisiert: 03.02.2010Korschenbroich (RPO). Ein jeder Hausbesitzer in Korschenbroich muss demnächst nachweisen, dass seine Abwasserleitungen dicht sind. So verlangt es das Gesetz. Der städtische Abwasserbetrieb muss das kontrollieren, er will aber auch helfen.
Mindestens 70 Korschenbroicher kennen ihre Rohre schon genau. Ungefähr so viele haben dem Landeswassergesetz bereits Folge geleistet und ihre Abwasseranlage überprüfen lassen, sagt Thomas Kochs, Leiter des städtischen Abwasserbetriebes. In den nächsten vier bis fünf Jahren sollte die Prüf-Quote allerdings bei 100 Prozent aller Hausbesitzer liegen. Denn bis 31. Dezember 2015 müssen Hausbesitzer Abwasserleitungen, die auf ihrem Grundstück liegen, von einem Sachkundigen auf Dichtigkeit kontrollieren lassen und dem städtischen Abwasserbetrieb eine Bescheinigung darüber vorlegen. Bei Leitungen, die vor 1965 verlegt wurden, muss das bereits ein Jahr früher erledigt sein. Wer nicht mitmacht, kann zu einem Bußgeld von bis zu 50 000 Euro verdonnert werden, sagt Kochs. Denn aus lecken Leitungen sickern Abwässer mit allerlei Haushaltchemikalien ungeklärt ins Grundwasser.
Mehr Auskünfte
Informations-Abend Mittwoch, 24. Februar, 18.30 Uhr, Aula der Offenen Ganztagsschule Glehn, Schulstraße 10.
Broschüre Wer sich vorab schon einmal in die Grundlagen einlesen möchte, findet auf der Startseite der städtischen Homepage die von der Stadtverwaltung entwickelte "Broschüre zur Dichtheitsprüfung". Diese liegt auch in den Verwaltungsgebäuden der Stadt aus.
Kontakt beim Abwasserbetrieb Dieter Sestig, Tel. 02161 613 263, dieter.sestig@korschenbroich.de.
"Nicht aus der Portokasse"
Freilich: Der Abwasserbetrieb will nicht drohen, sondern erst einmal aufklären und den Hausbesitzern helfen, die Auflagen zu erfüllen. Zu diesem Zweck gibt es unter anderem eine Informationveranstaltung am 24. Februar in Glehn. Schon jetzt aber laufen bei Kochs und seinen Mannen etliche Anfragen zur Dichtheitsprüfung ein. Was den Chef auch freut. Denn dem Betrieb ist daran gelegen, dass sich die Häuslebesitzer rechtzeitig mit dem Thema befassen. Erstens, damit kurz vor Toresschluss nicht sämtliche Sachverständige ausgebucht und überlastet sind und daher Fristen nicht eingehalten werden können. Und zweitens, damit die Betroffenen auch kalkulieren können. "Wenn irgendwo ein Leck ist und die Leitung saniert werden muss, werden schnell 3000 bis 5000 Euro fällig", sagt Kochs, "das bezahlt man ja auch nicht so einfach aus der Portokasse."
Der Betrieb will den Bürgern nicht nur als Kontrollbehörde, sondern auch mit Tipps zur Seite stehen. Eine Liste von Sachkundigen für die Dichtheitsprüfung ist derzeit in Arbeit. Der Abwasserbetrieb kann aber schon Adressen nennen. Er informiert aber auch über die unterschiedlichen Prüf- und Sanierungsmethoden. Damit lassen sich unter Umständen teure Fehlinvestitionen vermeiden. Liegt ein undichtes Rohr beispielsweise unter der Bodenplatte des Hauses, muss diese nicht in allen Fällen aufgerissen werden. Die Leitung unter der Kellerdecke zu verlegen, kann eine preiswerte Alternative sein. Zumal eine solche hängende Leitung dann nicht mehr auf Dichtheit geprüft werden muss.
Alle 20 Jahre wiederholen
Bei anderen Leitungen muss der Test alle 20 Jahre wiederholt werden. Bürger, die vor 2014 bzw. 2015 der Stadt eine Dichtheits-Bescheinigung vorlegen, werden vom Abwasserbetrieb registriert. Eine Bestätigung schickt der Betrieb ihnen erst in vier oder fünf Jahren, damit die 20 Jahres-Frist erst ab dem Datum beginnt, ab dem der Nachweis gesetzlich vorgeschrieben ist.
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