Korschenbroich: Die Schulen schrumpfen
VON HOLGER HINTZEN - zuletzt aktualisiert: 09.12.2009Korschenbroich (RPO). Korschenbroichs Schulen werden in fünf Jahren viel weniger Schüler haben als heute. Das stellt die Politik vor die Frage, ob die Grundschule Pesch dann geschlossen werden muss und die Pescher zur St.-Andreas-Schule gehen.
Zahlen
ABC-Schützen Im Schuljahr 2009/10 sind es stadtweit 305 sein, im Jahr 2014 werden es voraussichtlich nur noch 246 sein.
Wechsel zu weiterführenden Schulen Im Schnitt wechseln 32 Prozent aufs Korschenbroicher Gymnasium, 19,5 Prozent auf andere Gymnasien, 28 Prozent auf die Realschule und 8,9 Prozent zur Hauptschule.
Über die Zukunft der Pescher Grundschule diskutieren mochte gestern im Bildungsausschuss des Stadtrates niemand. Aber in nicht allzu ferner Zukunft werden Korschenbroichs Politiker entscheiden müssen, ob sie die Pescher Schule erhalten oder aufgeben wollen. Angesichts sinkender Schülerzahlen könnte die Pescher Schule allenfalls durch gezielte Werbung um ABC-Schützen genügend Kinder zu bekommen, um eine Eingangsklasse zu bilden. Das geht aus einer aktualisierten Fassung des Schulentwicklungsplanes hervor, der dem Ausschuss gestern Abend präsentiert wurde. Eine Alternative zeigt dieser Plan auch auf: Weil auch die Schülerzahlen an der Korschenbroicher St.-Andreas-Schule zurückgehen und diese voraussichtlich schon ab 2011/ nur noch zwei Klassenzüge bildet, wird dort Platz frei. Die Pescher Kinder könnten also ab 2014/15 nach St. Andreas umziehen und der Pescher Standort aufgegeben werden.
Sinkende Schülerzahlen sind freilich kein Problem alleine der Pescher Schule. Sämtliche Grundschulen und weiterführende Bildungsanstalten in der Stadt müssen sich darauf einstellen, in den nächsten Jahren weniger Kinder zu unterrichten. Die Hauptschule wird auf einzügig schrumpfen und die Realschule auf drei Züge. Das Gymnasium wird laut Prognose zwar prinzipiell vier Züge haben, in manchen Jahren aber vielleicht auch nur drei Eingangsklassen.
Für die Grundschulen sagt der Schulentwicklungsplan voraus: Liedberg und Herrenshoff werden voraussichtlich nur noch jeweils eine Eingangsklasse bilden können. Die beiden Kleinenbroicher Grundschulen werden so gerade eben zweizügig und die Glehner Schule dreizügig fahren können. Bewerten wollte Bürgermeister Heinz Josef Dick die Tendenzen nicht, die er dem Ausschuss gestern Abend kurz erläuterte. Auch zur ZuFrage der Pescher Schule, die bereits als Filiale der St.-Andreas-Schule geführt wird, äußerte sich Dick nicht. Die Frage sei, wie man politisch damit umgehen wolle.
Ob und wie viele Räume aufgrund des Schülerschwunds in fünf Jahren nicht mehr für den Unterricht benötigt werden, ist nicht genau abzusehen. Legt man die heute geltenden Anforderungen des Landes an den Raumbedarf einer Schule an, werden es etliche sein. Allerdings können neue Anforderungen an die Schulen, etwa in der Ganztagsbetreuung oder in der pädagogischen Arbeit, dafür sorgen, dass weniger Schüler gleichwohl mehr Räume benötigen.
Konkrete Entscheidungen, welche Konsequenzen aus dem von der Verwaltung vorgelegten Zahlenwerk zu zu ziehen sind, standen gestern Abend nicht auf der Tagesordnung. Der Ausschuss nahm die Prognosen zur Kenntnis und verwies sie lediglich an den Stadtrat weiter. Die CDU glaubt, dass die Politik noch etwas Zeit habe, die sich aus dem Schulentwicklungsplan ergebenden Fragen zu entscheiden.
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