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Korschenbroich: Diskussion: Mehr über den Tod sprechen

VON STEPHEN PIERES - zuletzt aktualisiert: 15.03.2010

Korschenbroich (RPO). Kommen Menschen in Kontakt mit dem Tod, verstummen viele und sind sprachlos. Dabei sind gerade dann Gespräche wichtig. "Wir müssen mehr über den Tod sprechen", sagt Pfarrer Frank Josef van de Rieth.

In der St. Andreas-Kirche wurde jetzt zu einer Podiumsdiskussion eingeladen, in der es um genau diese Sprachlosigkeit ging. Schweigend verharrten die Zuhörer, als ihnen die Diskussionsteilnehmer von ihren Erfahrungen berichteten.

"Wir können viel von Kindern lernen", sagt Melanie van Dijk, pädagogische Leiterin eines Kinderhospizes in Düsseldorf. "Kinder haben einen positiveren Umgang mit dem Tod. Sie sind unbeschwerter." Dies bestätigt auch Wilfried Odenthal, Landesinnungsmeister der Bestattungsinnungen. Er erzählt von einem Jungen, der den Sarg seines Bruders umarmte. "Auch wenn die Erwachsenen zunächst erschrocken waren, konnten sie hinterher doch sehen, wie gut diese Geste dem Jungen getan hatte." Solch ein individueller Umgang mit der Trauer müsse akzeptiert und zugelassen werden.

Ebenso plädieren die Diskussionsteilnehmer für eine Änderung der Bestattungskultur. "Früher wurde man von der Nachbarschaft unterstützt. Heutzutage ist das anders. Teils kennen die Leute ihre Nachbarn nicht einmal", sagt van de Rieth. Das führe zu einer Professionalisierung der Trauerbewältigung. Anstatt sich über das Ereignis mit Bekannten zu unterhalten, würden die Leute Seelsorger oder Psychologen aufsuchen.

"Wir müssen aber auch aufpassen, wie wir mit Verstorbenen umgehen. Für mich ist es ein Unding, wenn Menschen anonym begraben werden. Das ist fast so, als würden wir sie entsorgen. Anonyme Gräber sind meist nur Rasenflächen, bei denen nicht zu erkennen ist, dass hier jemand beerdigt wurde. Zumal ein Ort, an dem man trauern kann, wichtig ist."

Ferner solle man von dem Angebot Gebrauch machen, sich zu informieren. "Dadurch können wir Ängste abbauen. Man kann etwa einen Besuch beim Bestatter machen und sich Särge anschauen." Van de Rieths Erfahrungen nach kann eine Auseinandersetzung mit dem Thema zu einem gelasseneren Umgang mit dem Tod führen.

Quelle: RP

 
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