Korschenbroich: Ein Mords-Autor
zuletzt aktualisiert: 22.05.2008Korschenbroich (RPO). Interview mit dem Autor der Eifel-Krimis, Jacques Berndorf, der morgen Abend im Pfarrzentrum St. Andreas eine seiner Geschichten lesen wird. Dabei könnte der Fall sogar – mit etwas Fantasie – aus Korschenbroich kommen.
Korschenbroich liest
Autoren Jacques Berndorf und Ralf Kramp lesen morgen unter dem Titel „Tatort Eifel“ ab 20 Uhr im Pfarrzentrum St. Andreas, Kirchplatz 2a. Karten an der Abendkasse für 10 (Kinder 5 ).
Programm Am Mittwoch, 28. Mai, 19.30 Uhr, geht es weiter mit einer Ausstellung der Illustratorin Dörte Herrmann, am Donnerstag, 29. Mai, 15 und 17 Uhr, liest Willi Fährmann für Kinder.
Jacques Berndorf ist morgen bei „Korschenbroich liest“ zu Gast. Der 71 Jahre alte Autor der Eifel-Krimis wird mit Ralf Kramp, auch Krimi-Autor, einen Einblick in sein Schaffen geben. In 35 Jahren hat er mehr als 60 Bücher veröffentlicht.
Waren Sie schon einmal in Korschenbroich?
Berndorf Ja, aber das ist so lange her, dass ich keine lebhafte Erinnerung mehr habe. Ich freue mich aber schon sehr auf die Stadt. Solche Reihen wie „Korschenbroich liest“ sind wichtig und notwendig, gerade für junge Leute und auch für mich als Autor. Wichtig sind mir die Begegnungen mit den Menschen, unseren Lesern. Der Werbeaspekt steht eher m Hintergrund.
Könnten Sie sich vorstellen, dass Korschenbroich mal in einem Ihrer Krimis vorkommt. Also etwa, dass der Mörder Korschenbroicher ist?
Berndorf (lacht) Aber sicher. Ganz leicht. In der Eifel wird ja mit Vergnügen und viel fremdgemordet.
Aber der Tatort bleibt ja stets die Eifel. Bietet nicht auch ihre Heimat Duisburg Stoff für Krimis?
Berndorf Die Eifel ist Tatort, weil ich dort seit 1984 lebe. Sicher hat mich aber auch Duisburg in der Sozialisation geprägt, weil es eine harte Stadt ist. Ich habe ja den Beruf des Journalisten beim Duisburger Generalanzeiger gelernt und lasse aus diesen Erfahrungen auch einiges in meine Geschichten einfließen.
Wie lang brauchen Sie für ein Buch, sagen wir für einen Eifel-Krimi?
Berndorf Etwa sechs Monate für die Recherche und sechs Wochen zum Schreiben. Ich lege sehr viel Wert auf gründliche Recherche. Das Wichtigste ist, dass der Leser sich vorstellen kann, dass so etwas wirklich passiert. So etwas funktioniert durch eine große Nähe zur Realität, etwa durch die Arbeit einer Mordkommission.
Wie bekommen Sie Ihre Einblicke?
Berndorf Das ist gar nicht so schwer, wenn man darum bittet. Ich mische mich da ja nicht in einen spezifischen Fall ein, und die meisten sind freundlich und geben gut und gerne Auskunft.
Woher kommt ihre Vorliebe gerade zu Krimis?
Berndorf Das kommt auch aus meiner Zeit als Journalist. Da habe ich gemerkt, dass ich mir gar nicht vorstellen konnte, was eigentlich eine Mordkommission tut und bin so in die faszinierende Welt von Schuld und Bestrafung eingetaucht.
Was werden sie morgen bei „Korschenbroich liest“ vorstellen?
Berndorf Das weiß ich noch nicht. Das entscheiden wir oft erst auf der Fahrt zur Lesung oder vor Ort. Möglicherweise werde ich eine Kurzgeschichte – natürlich einen Krimi – lesen, in dem es um Kakao geht.
Wo spielt die Geschichte?
Berndorf Die könnte überall spielen. Auch in Korschenbroich.
Désirée Linde führte das Gespräch.
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