Korschenbroich: Feste feiern oder feste stürmen?
VON HOLGER HINTZEN - zuletzt aktualisiert: 05.08.2009Korschenbroich (RPO). Der TuS Liedberg sieht sich in Nöten: Das erste Spiel der Saison ist ausgerechnet am Wochenende des Schützenfestes. Und dabei wollen viele Kicker auch mitmischen. Ihr Gegner Korschenbroich mag das Match aber nicht auf Freitagabend vorverlegen, weil ihm dann wichtige Spieler fehlen.
LIEDBERG/KORSCHENBROICH Defensiv-Taktik kann dem TuS 07 Liedberg keiner vorwerfen. Das erste Spiel der Saison gegen den VfB Korschenbroich wird zwar erst in zehn Tagen angepfiffen. Aber die Liedberger starten schon jetzt ihre erste Offensive. "Wir sind enttäuscht, dass die Korschenbroicher das Spiel nicht auf den Donnerstag oder wenigstens auf den Freitagabend vorverlegen wollen", sagt Thomas Eicker, Vize-Vorsitzender der Liedberger. Denn sein Club hat ein Problem: Das Auftaktmatch soll ausgerechnet an dem Wochenende ausgetragen werden, an dem in Liedberg das Schützenfest tobt. Ein suboptimaler Termin. Doch auch Gegner Korschenbroich pocht auf seine Bedürfnisse: Würde das Spiel auf Freitagabend vorverlegt, "würden mir drei bis vier Leistungsträger fehlen", sagt Trainer Frank Borchardt. Die Spieler könnten nicht antreten, weil sie noch arbeiten müssten. Und aus Rücksicht auf Liedberg stark geschwächt auflaufen – das ginge aus Sicht der Korschenbroicher dann doch etwas zu weit.
Die Spielregeln
Spieltermine Ab der neuen Saison kann der gastgebende Verein mit einer Vorlaufzeit von mindestens 21 Tagen einen Termin für ein Spiel ansetzen, der im Zeitraum von Freitag, 19 Uhr, bis Sonntag, 15 Uhr, liegt. Früher war Sonntag Regelspieltag, 15 Uhr war der Regeltermin. Ein anderer Termin war nur möglich, wenn sich beide Vereine einigten.
Internet www.tus07-liedberg.de
Auch die Liedberger fühlen sich gehandicapt – allerdings wegen der doppelten Beanspruchung der Spieler durch Schützenfest und Fußballmatch. "Bis auf zwei, drei Spieler sind alle im Schützenfest involviert", sagt Thomas Eicker. Kapitän Markus Pabst muss sogar als Minister an der Seite des Königs Dienst tun. Sich um die Residenz kümmern, Maien setzen: Ab Freitagabend laufen sich die Liedberger gewöhnlich warm – fürs richtige Schützenfest. Dass Eröffnungsspiel und Fest zusammenfallen, sei den Liedbergern schon öfters passiert, sagt Eicker. Aber bislang hätten die Gegner fast immer Verständnis gezeigt und den Termin verschoben. Dass nun ausgerechnet die Kicker aus einer SchützenHochburg wie Korschenbroich nicht mitziehen wollen, kann Eicker nicht verstehen.
Ein Stück ist Korschenbroich dem Gegner allerdings schon entgegen gekommen. Zwar weder bis zum Liedberger Traumtermin Donnerstag, noch bis auf den Freitagabend, wohl aber auf Samstag 14.30 Uhr. Das ist immerhin einen Tag und eine halbe Stunde früher, als der ursprünglich angesetzte Anpfiff. Und nach Ansicht von Frank Borchardt ist das auch noch früh genug, dass Liedberger Spieler ab 17 Uhr beim Schützenfest mitmachen können.
Und überhaupt, sagt Borchardt: Hätten die Liedberger rechtzeitig dem für die Termin-Organisation zuständigen Staffelleiter Bescheid gesagt, hätte der die Partie zu einem Heimspiel für Liedberg erklären können. Und nach einem in der neuen Saison erstmals angewandten Reglement kann der gastgebende Verein den Spieltermin innerhalb eines Zeitraums von freitags 9 Uhr und sonntags 15 Uhr bestimmen.
Thomas Eicker bezweifelt indes, ob das wirklich so geklappt hätte. Er hofft nun, dass sich die Liedberger Spieler am 14. und 15. August vor dem Spiel angemessen verhalten und nicht zu heftig feiern : "Ich denke, dass die Jungs so vernünftig sein werden und sich am Riemen reißen, weil sie nicht verlieren wollen." Korschenbroichs Trainer Borchardt sieht das ähnlich: "Die Spieler müssen sich halt zurückhalten."
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