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Korschenbroich: Feuerwehr übt Terror-Ernstfall

VON SABINE WOTZLAW - zuletzt aktualisiert: 29.01.2010

Korschenbroich (RPO). Zwei Dutzend Feuerwehrmänner aus Korschenbroich und Jüchen waren in Dormagen für die bundesweite Katastrophenschutzübung "Lükex" eingeteilt. Die Einsatzkräfte haben einen Terroranschlag während eines abendlichen Handballspiels des TSV Dormagen durchgespielt.

Die Korschenbroicher Feuerwehr im Einsatz: Sie dekontaminieren Verletzte, statten sie mit Ersatzkleidung aus und übergeben sie anschließend an den Rettungsdienst.   Foto: RPO
Die Korschenbroicher Feuerwehr im Einsatz: Sie dekontaminieren Verletzte, statten sie mit Ersatzkleidung aus und übergeben sie anschließend an den Rettungsdienst. Foto: RPO

Korschenbroich/Jüchen Beim Heimspiel der Handballbundesliga in der Sporthalle des TSV-Bayer Dormagen schlägt plötzlich der Feuermelder Alarm. Kurze Zeit später explodiert in der Kantine ein Sprengsatz, bei dem die Täter giftige Chemikalien eingesetzt haben. Überall sind schreiende, blutverschmierte Verletzte. Was nach einem Drehbuch für ein Action-Spektakel aus Hollywood klingt, hat einen ernsten Hintergrund: Das Szenario spielt sich während der großangelegten Katastrophenschutzübung "Lükex" in Dormagen ab.

Chemische Verseuchung

Die vorgetäuschte Katastrophe ist diesmal ein Terror-Angriff mit chemischer Verseuchung. Die Einsatzkräfte sollen die rasche Dekontaminierung von Personen und die Versorgung von zahlreichen Verletzten üben. 400 Einsatzkräfte aus dem Rhein-Kreis Neuss nehmen an der Übung teil. Darunter auch vier Jüchener und 20 Männer der Korschenbroicher Feuerwehr.

Info

Dekon-Anlage

Wer Der Rhein-Kreis Neuss wurde 2009 vom Land mit einer mobilen Dekontaminationsanlage ausgestattet. Dekontamination wird im Kreis von 57 Kräften der Feuerwehr aus Dormagen, Kaarst, Korschenbroich und Meerbusch durchgeführt.

Wo Stationiert ist die Anlage bei der Feuerwehr in Dormagen.

Die Korschenbroicher Feuerwehrmänner bauen eine mobile Dekontaminationsanlage auf. Nach einer knappen halben Stunde steht das 40 Quadratmeter große Dekontaminationszelt mit Duschen, Warmluftheizung, eigenem Stromerzeuger, Material zur Dekontamination und zur Wundversorgung und Ersatzkleidung. "Hier befreien wir verletzte Patienten, die noch gehen können, von chemischen Verunreinigungen", erklärt Eric Ofterdinger, Führer der Dekon-Einheit Korschenbroich. Dadurch würden gesundheitliche Schäden minimiert. "Nach dem Duschen bekommen die Patienten frische Kleidung, ein blaues Hemdchen und Badelatschen", erklärt Ofterdinger. Dadurch solle verhindert werden, dass der Gefahrenstoff verschleppt und auf Rettungskräfte und die Krankenhäuser übertragen werde. Im Zelt nebenan werden Patienten auch liegend von Verunreinigungen befreit. Ein junger Mann mit einer offenen Unterarmfraktur betritt das Zelt. Bevor der Entseuchungsprozess beginnen kann, muss Nils Henriksen sich ausziehen. "Ganz schön kalt", sagt der 22-Jährige Statist. Nach gut fünf Minuten ist Henriksen fertig und kann dem Rettungsdienst übergeben werden. Heinz-Dieter Abels und Heinz-Gerd Schröder von der Jüchener Feuerwehr haben Dienst im Einsatzleitwagen, koordinieren die Rettung. Frank Baum, Leiter der Korschenbroicher Feuerwehr zieht eine insgesamt positive Bilanz: "Dafür, dass die Witterung so schlecht war, ist im Dekontaminatiosbereich alles ganz gut gelaufen." Es gebe aber auch Kleinigkeiten, die verbessert werden müssten. Baum: "Wir brauchen mehr Equipment."

Quelle: RP

 
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