Korschenbroich: Grüne: Parkgebühren prüfen
VON HOLGER HINTZEN - zuletzt aktualisiert: 28.01.2010Korschenbroich (RPO). Parkgebühren im Ortskern könnten Geld in die Stadtkasse bringen und den Verkehr lenken, finden die Grünen. Diese Idee lehnte der Hauptausschuss zwar ab. Die Kosten eines Verkehrsgutachtens sollen aber ermittelt werden.
"Premium-Parkplätze" nennt Wolfgang Houben die Flächen, auf denen Autofahrer im Korschenbroicher Ortskern ihre Blechkarossen abstellen können. Parkscheibenregelungen sind dem Fraktionsvorsitzenden der Korschenbroicher Grünen für solche besonders zentral gelegenen Plätze nicht ausreichend. "Parkgebühren könnten etwas Geld in den städtischen Haushalt bringen.
Und sie wären auch ein Instrument, mit dem man steuern kann, wo die Leute parken", sagt Houben. Das Kalkül: Gebührenfreie Parkplätze am Rand des Ortskerns – wie etwa auf dem Matthias-Hoeren-Platz – würden attraktiver und es flösse etwas weniger Verkehr über Sebastianus- und Hindenburgstraße, wenn diese Parkplätze intensiver genutzt würden. Die Stadtverwaltung sollte daher prüfen, welche Innenstadt-Parkplätze für eine solche Regelung in Frage kämen, findet Houben.
Noch ein Auftrag
Stadtwerke Im Hauptausschuss wurde auch der Vorschlag von Bürgermeister Heinz Josef Dick aufgegriffen, über die Gründung von Stadtwerken für die Stromversorgung nachzudenken.
Beschluss Die Stadtverwaltung wurde beauftragt zu prüfen, ob dies finanzielle Vorteile brächte und wie ein solches Modell gestaltet werden könnte.
Eine Idee, für die der Grüne in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses des Stadtrates freilich keine Mehrheit bekam. Ein anderer Vorstoß der Partei dagegen fand einen sachten Widerhall. Im Oktober vorigen Jahres hatte Houben vorgeschlagen, die Sebastianusstraße zwischen Mühlenstraße und Hindenburgstraße zur Fußgängerzone zu machen.
Dies würde unter anderem das Verkehrs-Nadelöhr auf dem Abschnitt gleich hinter der Einmündung der Mühlenstraße beseitigen, argumentierten die Grünen damals. Einzelhandel und CDU schüttelten die Köpfe.
Nach einer längeren Debatte über eine Zone oder vielleicht nur eine Einbahnstraßenregelung haben sich CDU und SPD nun aber ein wenig bewegt. "Die derzeitige verkehrliche Situation auf der Sebastianusstraße im Ortsteil Korschenbroich ist infolge des vermehrten Durchgangsverkehrs sowie zunehmenden Geschwindigkeitsüberschreitungen problematisch", haben sie erkannt.
Beide Parteien warnen zwar vor Schnellschüssen, weil veränderte Verkehrsführungen die Autos auf andere Strecken zwingen und diese Straßen stärker belastet würden. Aber der Hauptausschuss des Rates billigte jetzt den Antrag des schwarz-roten Ratsbündnisses, zumindest einmal die Kosten für ein Gutachten über mögliche verkehrslenkende Eingriffe und deren Folgen zu ermitteln. Ob eine solche Expertise angesichts eines Defizits von 13 Millionen Euro in der Stadtkasse erschwinglich sein wird, ist offen.
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