Herrenshoff: Kölsche Tön in de "Mäss opp platt"
VON THOMAS GRULKE - zuletzt aktualisiert: 11.02.2010Herrenshoff (RPO). Ein wenig nervös ist Horst Peter Schumacher schon. "Das gehört dazu. Ich komme schließlich nicht aus der Kölner Ecke. Da wird ein anderes Platt gesprochen als in meiner Heimat Niederkrüchten", sagt der Pfarrer, der am Samstag in der Pfarre Herz-Jesu Herrenshoff zur Begrüßung sagen wird: "So los uns met dem Krützzeiche beginne."
Damit startet um 17.15 Uhr die "Mäss opp platt", die Schumacher zusammen mit dem Kirchenchor Cäcilia Herrenshoff organisiert. Dessen Vorsitzender Johannes Schmitz hatte die Idee zu dem ungewöhnlichen Gottesdienst am Karnevalssamstag. "Ich dachte mir, dass solch eine Aufgabe ein bisschen Abwechslung in den Kirchenchor bringt", sagt Schmitz, der vor einigen Jahren in Schelsen eine kölsche Messe gesehen hatte. Dort spielte allerdings eine Band Lieder der Bläck Fööss. "Wir wollten aber eine richtige Messe eigenständig erstellen", erklärt der 66-Jährige.
Fünf Lieder in kölscher Mundart
So wird der Kirchenchor fünf mehrstimmige Lieder in kölscher Mundart vortragen – auch wenn nicht jeder der 27 Mitglieder den Dialekt beherrscht. "Ich habe die Motteten bereits im November verteilt. Zunächst ging es nur darum, die Texte zu lesen, um sie zu verstehen", sagt Schmitz, dessen Frau Marlis hinzufügt: "Bei den ersten Proben haben wir viel gelacht. Es hat Spaß gemacht, die komischen Texte zu singen." Doch es wird in der mit bunten Blumen geschmückten Kirche längst nicht nur auf Kölsch gesungen. Bis auf das Hochgebet und die Präfation wird alles auf Platt gehalten, vom Evangelium bis zu den Fürbitten. Die Texte erhielt Schmitz aus speziellen Büchern oder dem Internet, den Rest übersetzte er selbst. "Da musste ich aufpassen, dass ich nicht unser Platt verwende. Glücklicherweise haben wir im Chor eine gebürtige Kölnerin.
Beim ersten Mal habe ich aber 14 Tage für alle Übersetzungen gebraucht", sagt Schmitz. Die Premiere der "Mäss opp platt" gab es schon 2008. Damals konnte jedoch Pfarrer Schumacher kurzfristig krankheitsbedingt nicht teilnehmen und deswegen nur ein Wortgottesdienst gehalten werden.
Die Resonanz war trotzdem groß, so dass es nun die zweite Auflage gibt und demnächst alle zwei Jahre eine solche Messe geben soll. Schumacher war gleich von der Idee angetan, schließlich hält er schon seit langer Zeit an Karneval seine Predigt in Reimform. "Da ich eine frohe Botschaft zu verkünden habe, kann ich das dann auch in einer frohen Art und Weise machen ", sagt Schumacher.
Spätestens wenn er die Besucher mit einem "Joht, halt de Freud un der Fridde, halleluja" entlässt und es zum Umtrunk ins Jugendheim geht, wird bei ihm auch die Nervosität verflogen sein.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



