Korschenbroich: Korschenbroich ist Schützenhauptstadt
VON DÉSIRÉE LINDE - zuletzt aktualisiert: 29.08.2008Korschenbroich (RPO). Seit gestern ist Korschenbroich die „europäische Schützenhauptstadt“: So formulierte es der Präsident der Sankt-Sebastianus-Bruderschaft Korschenbroich, Peter Schlösser, am Abend. 160 Schützenbrüder und -schwestern kamen zum Maisetzen an der Andreas-Kirche zusammen. Es war der Auftakt zur Herbsttagung der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen (EGS).
Neben den hoheitlichen Gästen Dr. Otto von Habsburg und dessen Sohn Karl waren auch Gäste aus Polen, den Niederlanden, Kroatien, Österreich und Belgien schon im Laufe des Nachmittags eingetroffen. Die polnischen Schützenbrüder hatten eine zwölfstündige Fahrt hinter sich. „Wir hatten gleich drei Staus auf einmal“, erzählte Teofil Kubis, der mit seinem König Tadeusz Zyla angereist ist.
Deutlich kürzer saß Henny Hoppenbrauers im Wagen. Der 65 Jahre alte Rijsbergener (Niederlande) wird heute als Zeremonienmeister fungieren. Bereits 50 Mal hat er schon dafür gesorgt, dass die Kandidaten für die Investitur zum Ritter bei derlei Anlässen richtig standen und überhaupt alles reibungslos läuft. „Aufgeregt bin ich aber immer“, sagte der Niederländer und lächelte so verschmitzt, dass man ihm das gar nicht abnehmen mag.
Abend zum Kennenlernen
Nach dem Maisetzen, bei dem 15 Schützen kräftig anpackten, ging es mit Musikbegleitung des Stabsmusikcorps’ der Junggesellen zur Alten Schule. „Zum Kennenlernen“, sagte Peter-Olaf Hoffmann, Generalsekretär der Europa-Schützen. Das klappte auch ganz gut: Obwohl von allen Seiten unterschiedliche Sprachen zu hören waren, herrschte kaum ein babylonisches Gewirr. Wo sich die Nationen vermischten, wurde meist deutsch, manchmal englisch gesprochen. Dabei trugen die meisten gestern noch zivil. „Ich freue mich schon auf das bunte Bild, das wir morgen abgeben werden“, sagte Hoffmann.
Heute geht das Programm der europäischen Schützen weiter. Zwei Veranstaltungen sind öffentlich: Erstens das Pontifikalamt mit Ritterschlag in der Pfarrkirche Sankt Andreas mit Weihbischof Heiner Koch um 17 Uhr; zweitens die anschließende Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof, Zapfenstreich am Hannenplatz und Grillfest mit Musik auf dem Kirchplatz.
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