Korschenbroich: Korschenbroicher Illumina
VON ANGELA WILMS-ADRIANS - zuletzt aktualisiert: 01.02.2010Korschenbroich (RPO). Beim morgendlichen Blick aus dem Fenster, wusste Dirk Ritterbach bereits: "Ja, das ist es". Das Wetter, größter Unsicherheitsfaktor aller Freiluftveranstaltungen, hätte zur ersten Open-Air-Ausstellung der Korschenbroicher Künstlerinnen und Künstler (KIK-Treff) nicht passender ausfallen können: Frisch gefallener Schnee verwandelte den ehemaligen Friedhof an der Pescher Straße in eine märchenhafte Winterlandschaft, in deren Eiskristallen das Licht der unendlich vielen Kerzen, Fackeln und Laternen hundertfach reflektierte.
Besucherin Doris Meyer verlockte das Zusammenspiel natürlicher und arrangierter Atmosphäre zur Wortprägung einer Korschenbroicher "Illumina". Unter dem Motto "In dunkler Nacht ins Licht gebracht" vertrauten Kurator Robert Jordan und die KIK-ler auf natürliche Lichtquellen. Einzig Charlotte Kons nutzte für ihre gleißend helle Installation die Stromquelle aus dem beim Park liegenden Haus der beteiligten Künstlerin Brunhilde Köpperschmidt.
Michaele Messmann wusste um die große Neugierde im Vorfeld und freute sich angesichts der "sehr gelungen" Aktion, dass diese so viele Leute zum nächtlichen Spaziergang und lebhaften Austausch anlockte. "Das ruft nach einer Wiederholung", begeisterte sich die Kulturamtsleiterin.
Kunst zum Anfassen
Entlang der Wege waren überall und immer wieder Ausrufe der Begeisterung zu hören. Die beteiligten Kreativen trotzten nicht nur der Herausforderung einer wetterfesten Präsentation, sondern boten auch vielfach Kunst zum Anfassen. Beliebter Treffpunkt zur Fotosession war etwa Claudia Fritsches Märchenthron aus Beton. Manfred Mangolds Marmorskulptur "Verpuppter Engel in Weiß" schien gleichsam aus dem Schnee empor zu wachsen. Abseits seines bisherigen Schaffens thematisierte Jürgen Schmitz in einer Mixmedia den Tod in Auseinandersetzung mit der früheren Bedeutung des Parks.
Inspiriert vom Twilight-Fieber installierte Carola Paschold Porträts der Filmhelden Bella und Edgar in leicht gruseliger Atmosphäre bei den alten Grabsteinen. Der Vollmond tauchte die Szenerie in sein magisches Licht. So war es nur folgerichtig, dass Ulrike Freier ihm und der großen Eibe im Park ein anmutiges Denkmal setzte. Sie umwickelte den Baum mit einem riesigen Band, der kalligrafischen Übertragung von Rilkes Mondgedicht.
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