Korschenbroich: Lodshof soll bald Wasser saugen
VON HOLGER HINTZEN - zuletzt aktualisiert: 17.11.2009Korschenbroich (RPO). Die Pipeline ins Hoppbruch ist verlegt, neue Brunnen sind gebohrt – laufen die restlichen Arbeiten reibungslos, kann das Wasserwerk Lodshof schon im Januar in Betrieb gehen. Das soll den Grundwasserpegel erheblich senken.
Die Bauarbeiten neigen sich dem Ende zu, so langsam kann Detlef Schumacher ans Saubermachen denken. Zwei neue Brunnen hat die Niederrheinwasser GmbH im Wasserwerk Lodshof bei Raderbroich 30 Meter tief in den Boden bohren lassen; eine etwa 5,7 Kilometer lange Pipeline aus Rohren mit mehr als 50 Zentimeter Durchmesser ist für 4,7 Millionen Euro quer durchs Korschenbroicher Erdreich bis zum Wasserwerk im Hoppbruch getrieben – da darf der Prokurist der NVV-Tochtergesellschaft also getrost an den letzten Schritt des Projekts Lodshof denken: Bevor das Wasser von dort durch die Pipeline ins Wasserwerk Hoppbruch zur Aufbereitung geschickt wird, müssen die neu verlegten Rohre und Anlagen erst einmal gereinigt werden. Wie lange das dauert, ist schwer zu kalkulieren. "Ich denke, dass wir Mitte Januar, spätestens aber im März mit dem Betrieb beginnen können", sagt Schumacher.
Das Projekt
Vorgeschichte Das Wasserwerk Lodshof mit seinen zwei Brunnen war lange still gelegt. Um in Korschenbroich den Grundwasserpegel zu senken, wird es reaktiviert.
Abwicklung Da das Grundwasser in Lodshof zwar enteist, aber nicht entkalkt werden kann, wird es via Pipeline zur Entkalkung ins Wasserwerk Hoppbruch geschickt.
Kosten Allein die Pipeline kostete 4,7 Millionen Euro.
Sollte Lodshof wirklich schon im Januar ans Netz gehen, wäre das eine gute Nachricht für Korschenbroicher, die von zu hohen Grundwasserpegeln geplagt sind. Denn die NVV-Tochter Niederrheinwasser, will in Lodshof pro Stunde 230 Kubikmeter Grundwasser aus dem Erdreich pumpen, dem dann an Ort und Stelle das Eisen entzogen wird, bevor es durch die 5,7 Kilometer lange unterirdische Pipeline ins Wasserwerk Hoppbruch fließt. Dort, auf Mönchengladbacher Boden, wird das Korschenbroicher Nass entkalkt, um dann anschließend als Trinkwasser in die Haushalte geschickt zu werden. Gut zwei Millionen Kubikmeter Korschenbroicher Grundwasser werden so dem Boden entzogen, was den Pegel im Raum Raderbroich und Herrenshoff um etliche Zentimeter senken soll.
Ob's im Januar, also noch während der niederschlagreichen und das Grundwasser anreichernden Winterperiode losgeht, hängt nicht unwesentlich von den Reinigungsarbeiten ab. Die neu installierten Anlagen müssen entkeimt werden. Bei den Rohren, so Schumacher, wird dazu eine Art Stopfen mit Wasserdruck durch die Röhren gepresst und die Leitung mit Chlor durchgespült. Dann werden Proben entnommen – und nach zwei Tagen ist klar, ob die Anlage bereits keimfrei ist oder erneut gespült werden muss. Wie lange es dauert, bis das Labor das Urteil "keimfrei" fällen kann, ist nicht exakt vorauszusagen. Fest steht aber, so Schumacher: "Sobald die Anlage keimfrei ist, geht sie in Betrieb."
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