Korschenbroich: Lönnendonker lichtet „Anker“
VON ULRICH M. SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 11.04.2007Korschenbroich (RPO). Neuer Pächter der Traditionsgaststätte wird Getränkegroßhändler und Ratsherr Bert Verheyden. Er schenkt neben Hannen auch Bolten aus. Der alte Wirt Hans-Peter Lönnendonker steht beim Frühschoppen weiter hinterm Tresen.
Der Wirt
1965 Der gelernte Einzelhandelskaufmann Hans-Peter Lönnendonker übernimmt die Gaststätte „Zum Löwen“ am Korschenbroicher Bahnhof.
1966 Die hinteren Räume baut er zum „Western Club“ um, eine der ersten Diskotheken im Kreis Neuss.
1986 Betrieb nur noch als Tagesgaststätte.
1994 Am 1. September übernimmt Lönnendonker den aufwändig renovierten „Anker“.
Die Ära Hans-Peter Lönnendonker geht beschaulich zu Ende. Zum 30. Juni, seinem 68. Geburtstag, übergibt er die Geschäfte zwar an seinen langjährigen Bierlieferanten Bert Verheyden. Die Stammgäste der geselligen Frühschoppenrunde freilich werden keine gravierende Änderung verspüren. Gut, das Wirtshaus „Zum Anker“ wird im Juli kurz geschlossen und der frisch gestrichene Schankraum danach heller wirken. Aber ihr Bier bekommen sie weiter von Hans-Peter Lönnendonker, Wirt in Korschenbroich seit 1965, ein Original. Ruhestand hin oder her, am Frühschoppen hält er fest. In Verheyden hat er einen Fahrensmann gefunden, der diese Vereinbarung gerne eingegangen ist.
Vertrag über drei Jahre
Mit dem „Anker“ an der Sebastianusstraße im historischen Ortskern von Korschenbroich hat Bert Verheyden seine erste Gaststätte gepachtet. Zunächst für drei Jahre. „Ich möchte mal was Neues ausprobieren“, sagt er, kann jetzt aber noch nicht absehen, ob weitere Kneipen folgen werden. „Ab und zu mal als Wirt hinter der Theke“ kann er sich gut vorstellen, wird das Nachmittagsgeschäft aber überwiegend erfahrenem Personal überlassen. Wobei er skeptische Stammgäste beruhigt: „Ich arbeite mit festen Leuten. Niemand muss befürchten, dass dauernd neue Gesichter auftauchen.“
Überhaupt setzt Verheyden auf Kontinuität, will an wenigen Stellschrauben nur sacht drehen, um für höheren Umsatz zu sorgen. Der Schankraum, dessen Urigkeit Verheyden schätzt, wird nicht umgebaut. Den Biergarten dagegen will der neue Pächter etwas einladender gestalten. Die Öffnungszeiten bleiben nahezu unverändert, freitags und samstags wird der Betrieb etwas länger gehen. „Der Anker wird aber keine Partykneipe für junge Leute. Das passt nicht mit den Stammgästen zusammen. Und laute Musik können wir auch wegen der Nachbarn nicht spielen“, betont Verheyden.
Für den Ausschank plant der Bierprofi einige Neuerungen. Neben Hannen und Bitburger wird künftig auch Bolten gezapft, „wegen meines freundschaftlichen Kontakts zu Bolten-Chef Michael Hollmann“. Saisonal bedingt kommen darüber hinaus zum Beispiel Oktoberfestbier, Bockbier im Frühjahr oder Boltens Landbier im Sommer ins Glas. Auch Grundlagen nimmt Verheyden ins Programm: Frikadellen, Schnittchen, etc.
Gewohnt ist Bert Verheyden deutlich größere gastronomische Dimensionen als der Kneipentresen. Für Hannen und Carlsberg bestückt der Getränkegroßhändler NRW-weit alle Veranstaltungen, zum Beispiel die Silvesterkonzerte der „Toten Hosen“ und der „Ärzte“, „Wetten, dass . . ?“, die Düsseldorfer Rheinwiesen-Kirmes oder das Neusser Schützenfest. Inzwischen ist er auch für Bolten unterwegs.
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