Korschenbroich: Müll gut getrennt, doch Gebühren steigen
VON BIRTHE ROSENAU - zuletzt aktualisiert: 29.11.2007Korschenbroich (RPO). Ein Lob hatte Bernd Dieter Schultze, Kämmerer der Stadt Korschenbroich, im Hauptausschuss für die Bürger parat: „Es gibt einen spürbaren Trend zur Abfallvermeidung und die Biotonne kommt immer besser an.“ Auch die Mülltrennung funktioniert bei den Korschenbroichern bestens. Finanziell haben sie davon allerdings nichts – im Gegenteil. Die Müllgebühren sollen für 2008 moderat angehoben werden, das haben alle Ausschussmitglieder einstimmig beschlossen. Sie geben damit eine Empfehlung für den Beschluss, der letztlich in der Ratssitzung im Dezember fallen wird.
Viel mehr Biomüll
Der Grund: Die Gebührenkalkulation für die Abfallbeseitigung im Jahr 2007 sah bei der Restmüll-Menge keine Steigerung und beim Biomüll nur eine leichte Zunahme vor. Doch tatsächlich brachte die Stadt Korschenbroich im vergangenen Jahr 60 Tonnen mehr Rest- und 553 Tonnen mehr Biomüll als im Vorjahr zur Deponie. Die dadurch höheren Deponiekosten brachten ein Defizit im Gebührenhaushalt.
Da vorhandene Rücklagen dies nicht ausgleichen können, müssen die Gebühren angehoben werden. Die Kosten für die Entsorgung von Restmüll und Sperrgut werden voraussichtlich um 3,37 Prozent steigen, die 120 Liter Biotonne wird um vier Prozent, die 240 Liter Tonne um 4,61 Prozent teurer. Besonders stark soll mit 6,98 Prozent die Personengebühr angehoben werden.
Das stieß bei Albert Richter (SPD) auf Unverständnis: „Es wird doch vor allem mehr Biomüll abgeliefert, daher müsste doch eigentlich nur die Biotonne teurer werden.“ Laut Kämmerer Schultze sei die Biotonne schon immer subventioniert worden und daher seien die höheren Kosten auf alle Posten verteilt worden. Hans-Jürgen Brieger (FDP) forderte die Verwaltung auf, nach einer „gebührengünstigeren Lösung“ zu suchen, wie einer Müllverbrennungsanlage. Schultze: „Was die Art der Abfallentsorgung angeht, sind wir an den Rhein-Kreis Neuss gebunden. Außerdem sind Verbrennungsanlagen immer teurer, als die Deponiekosten.“
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